Datum02.01.2026 11:29
Quellewww.zeit.de
TLDRZum Jahreswechsel steigen die Spritpreise in Deutschland stark an. Am 1. Januar 2025 kostete ein Liter Super E10 im Durchschnitt 1,709 Euro, ein Plus von 3,4 Cent, während Diesel um 4 Cent auf 1,658 Euro stieg. Hauptgrund sind die neue CO2-Bepreisung und Veränderungen am Ölmarkt. Trotz eines Rückgangs der Preise im Jahr 2024 bleibt Tanken teuer. Experten empfehlen, vor allem abends zu tanken, und raten dazu, vermehrt E10 zu nutzen, obwohl viele Fahrer noch zögern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tanken“. Lesen Sie jetzt „Spritpreis legt zum Jahreswechsel kräftig zu“. Die Spritpreise sind mit einem deutlichen Sprung ins neue Jahr gestartet. Am 1. Januar waren sowohl Benzin als auch Diesel deutlich teurer als Ende 2025, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags 1,709 Euro. Das waren 3,4 Cent mehr als am 31. Dezember. Bei Diesel ging es um 4 Cent auf 1,658 Euro pro Liter nach oben. Wichtigster Treiber für den Anstieg dürfte die neue CO2-Bepreisung sein, die bis zu 3 Cent pro Liter ausmachen kann. Der Preissprung geht allerdings etwas darüber hinaus. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn man als Vergleichswert nicht Silvester, sondern den 29. Dezember heranzieht. Dann sind es 5,4 Cent bei E10 und 6 bei Diesel. Erfahrungsgemäß steigen Preise bei Änderungen wie dem CO2-Preis nicht schlagartig zum Stichtag, sondern zumindest teilweise auch schon knapp vor dem Ereignis. Für die Spritpreise des vergangenen Jahres liegen die finalen Zahlen vor. Für E10 ergibt sich ein Durchschnittspreis von 1,688 Euro, für Diesel von 1,611 Euro. Beides sind einige Cent weniger als 2024. Es ist der dritte Jahresrückgang in Folge. 2022 - damals hatte der Beginn des Ukraine-Krieges die Preise in bisher nicht gekannte Höhen getrieben - waren es noch 1,946 Euro pro Liter Diesel und 1,86 Euro pro Liter E10. Trotz des Rückgangs 2025 sei Tanken immer noch relativ teuer, sagte der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer jüngst. Zudem könne sich die Lage schnell ändern, wenn internationale Krisen hinzukämen - gerade im Nahen Osten. Das liegt daran, dass der mit Abstand wichtigste Faktor für die Entwicklung des Spritpreises der Rohölpreis ist. Dementsprechend schwierig ist der Blick nach vorne. "Wenn die Heizsaison endet, könnte es bei Diesel wieder deutlicher abwärtsgehen", sagte Laberer im Dezember. "Darüber hinaus ist aber nicht besonders viel Spielraum nach unten erkennbar, denn sinkt der Ölpreis noch weiter, würde sich Fracking häufig nicht mehr lohnen." Fällt dieser Methode zur Ölförderung aus, sinkt das Angebot, was den Preis wieder treiben würde. Kurzfristige Gründe für einen deutlichen Anstieg gebe es aber auch nicht. Dafür sei die Nachfrage angesichts der Schwäche der Weltwirtschaft einfach zu gering. "Am wahrscheinlichsten ist eine Seitwärtsbewegung - also relativ gleichbleibende Spritpreise." Billigste Tanktage des Jahres 2025 waren für E10 der 17. Dezember mit 1,637 Euro pro Liter und für Diesel der 26. Mai mit 1,537 Euro. Wer beim Sprit sparen will, sollte nach Empfehlung des ADAC versuchen, in den Abendstunden zu tanken - dann kann der Preis um gut 10 Cent niedriger sein, als am Morgen, wenn typischerweise die höchsten Preise aufgerufen werden. Zudem könnten die meisten Fahrer von Benzinern zu billigerem E10 greifen. Das tut bisher aber nur gut ein Viertel. Von Januar bis Oktober machte der Treibstoff, der bis zu 10 Prozent Biosprit enthalten darf, nach Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 28,2 Prozent der Inlandsablieferungen von Benzin aus. Normales Super E5 bleibt damit die mit Abstand dominierende Benzinsorte - obwohl sie laut ADAC im Schnitt rund 6 Cent pro Liter teurer ist. "Die eher irrationale Angst, dass das Auto davon kaputtgeht, hält sich", sagt Laberer. "Denn fast alle Autos mit Ottomotor können problemlos mit Super E10 fahren. Das raten wir als ADAC bei Fahrzeugfreigabe auch - aus Umwelt- und Kostengründen. Es erschließt sich rational nicht, warum der Kraftstoff so wenig genutzt wird. Eigentlich sollte Super E10 mehr als 90 Prozent Marktanteil bei Benzin haben." © dpa-infocom, dpa:260102-930-489745/1