Amazon Echo Studio im Test: Fünf Dröhner bitte

Datum02.01.2026 10:33

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Amazon Echo Studio überzeugt als Smart-Lautsprecher und Homehub für Smarthome-Geräte, unterstützt Zigbee, Matter und Thread. Klanglich bietet er in Einzel- und Stereobetrieb eine angenehme Wiedergabe, kann jedoch keine Hi-Fi-Anlage ersetzen. Die Surround-Funktion mit bis zu fünf Lautsprechern für TV-Nutzung funktioniert, erfordert aber kompatible Fire-TV-Geräte. Mit einem Preis von über 1200 Euro ist er teurer als einige Soundbars, bietet jedoch eine unaufdringliche Optik. Ein gutes Angebot macht das Set attraktiv für den TV-Sound.

InhaltMit Amazons neuen Lautsprechern kann man in Küche und Arbeitszimmer Musik hören. Im Fünferpack sollen sie knackigen Kinosound ins Wohnzimmer bringen. Wir haben ausprobiert, ob das klappt – und sich lohnt. Smart sind die Echo Studio nicht bloß, weil sie vernetzt sind und auf Sprachbefehle reagieren, sondern auch, weil sie als Dreh- und Angelpunkt eines kompletten Smarthomes dienen können. Weil sie die Technologien Zigbee, Matter und Thread beherrschen, kann man sie als sogenannten Homehub, als Steuerzentrale für Gadgets wie etwa vernetzte Lampen, Fenstersensoren und Kameras verwenden. Das kann den Umgang mit Smarthome-Geräten insofern leichter machen, als man keine weiteren sogenannten Hubs und Bridges mehr aufstellen, einrichten und verkabeln muss. Dieser Text enthält mit dem Hinweis "Anzeige" gekennzeichnete Affiliate-Links, über die der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler erhält. Die Sprachsteuerung per Alexa funktioniert dabei gewohnt gut, die Mikrofone sind so sensibel, dass sie im Wohnzimmer korrekt meine in der Küche gesprochenen Befehle erkannt haben. Die neue, mit aktueller KI aufgebohrte Alexa+ ist allerdings bisher nicht an Bord. Der Betatest der neuen digitalen Assistentin hat hierzulande gerade erst begonnen. Wenn sie in Deutschland startet, vermutlich Anfang 2026, soll sie natürlichere Unterhaltung mit Amazons KI erlauben. Dank agentischer KI soll sie viele Aufgaben auch allein ausführen können, etwa eine Lieferpizza zum Fernsehabend bestellen. Ein Echo Studio allein baut bereits ein bemerkenswert weites Klangfeld auf, klingt viel breiter als er ist. Davon profitieren insbesondere Streicher und flächige Synthesizersounds. Der Sound ist klar, fast schon durchscheinend, mit transparenten Höhen und auf Wunsch kräftigen Bässen. Das ergibt eine recht angenehme Tonwiedergabe. Das ist auch auf die etwas unterbelichteten Mitten zurückzuführen, die eine Delle ins Klangbild schlagen, die manche Menschen positiv wahrnehmen. Der Grundcharakter ist eher auf der kühlen, aber noch nicht sterilen Seite. Mit Stereo ist das aber nicht zu verwechseln und mit Hi-Fi auch nicht. Der Spaß fängt an, wenn man zwei Echo Studio per App zu einem Paar zusammenschaltet. Die akustische Bühne wird dann naturgemäß noch breiter. Instrumente und Stimmen sind besser ortbar, das Ganze bekommt mehr Tiefe und Struktur. Auch in diesem Modus präsentieren die Echo Studio einen klaren, transparenten Klang mit nicht übermäßig kräftigen, aber deutlichen Bässen. Der Stereomodus ist so etwas wie der Sweetspot dieser Lautsprecher. Stereo ist eben Stereo, wie es klingt und macht. Ein Ersatz für eine Stereoanlage ist so ein Paar Echo Studios deshalb aber noch lange nicht, denn externen Zuspielern gegenüber geben sie sich verschlossen. Der einzige Anschluss für ein Kabel ist die Buchse für das Stromkabel. Musik, Podcasts und alle anderen Audiosignale nehmen die Alexa-Lautsprecher nur kabellos entgegen. Für Smarthome-Lautsprecher ist das nicht ungewöhnlich, aber die Zahl der Streamingdienste, die sich damit nutzen lässt, ist dadurch allerdings begrenzt. Neben Amazon Music, kann man Apple Music, Spotify und Deezer einrichten, außerdem Apple Podcasts, TuneIn-Radio sowie die ARD-Audiothek. Premiumangebote wie Qobuz und Tidal bleiben außen vor. Das Merkmal, das die neuen Echo Studio aber eigentlich interessant macht, ist, sie am Fernseher zu einer Surroundanlage zusammenschalten zu können. Bis zu fünf Lautsprecher können als Dolby-Atmos-Soundsystem zusammenarbeiten. Blöd nur, dass man bei Amazon maximal vier Stück auf einmal bestellen kann. So kommt mein Set in zwei großen Kartons, in einem strecken vier Kartons in Karton, im anderen ein Karton im Karton. Jeder Lautsprecher ist in einem Karton verpackt, der in einen Karton verpackt ist. Beim Auspacken ist die Menge an Altpapier daher beachtlich. Was sich anschließt, ist das Anschließen – und die Installation. Jeder Echo Studio benötigt eine eigene Steckdose, jeder muss separat aufgebaut, mit dem WLAN und dem Amazon-Account verbunden werden. Und alle wollen erst mal ein Update installieren. Das dauert. Nachdem ich die Fleißarbeit erledigt hatte, ging der Rest aber recht schnell. Die Funktion "Alexa-Heimkino erstellen" im Menü "Töne und Bildschirm" meines Fire TV Cube macht das weitgehend automatisch. Nachdem der Cube mein Netzwerk eine Weile nach kompatiblen Echo-Lautsprechern abgesucht hat, wird auf dem Fernseher eine Liste angezeigt, aus der ich jene Geräte auswählen muss, die als Klangquintett zusammenarbeiten sollen. Im Anschluss kalibriert sich das System mit einer Reihe von Testtönen selbst. Für jemanden wie mich, der früher ein Messmikrofon auf dem Sofa platziert hat, um die Surroundanlage zu justieren, ein faszinierender Vorgang. Auch, weil man die Boxen im Grunde hinstellen kann, wo man mag. Am besten klingt es aber, wenn man den Vorgaben folgt, zwei neben dem TV, zwei seitlich hinters Sofa und den Fünften, tja, irgendwo anders hin, zum Beispiel hinters Sofa, wenn da nicht gleich eine Wand kommt. Der Sound, den man dafür geboten bekommt, ist definitiv ein Upgrade für jeden Fernseher. In Apples TVs Formel-1-Film "F1" röhren und dröhnen die Rennwagen jedenfalls sehr plastisch durchs Fernsehzimmer. Die vorderen beiden Lautsprecher kümmern sich dabei primär um die Dialoge, während Umweltgeräusche und Musik meist überwiegend von den hinteren Boxen produziert werden. Dabei rumpelt und donnert es ganz ordentlich, im Fünferpack stemmen die kleinen Kugeln spürbar mehr Bass als einzeln oder im Doppelpack. Was man dabei beachten muss: Die Heimkinofunktion gibt es nur im Zusammenspiel mit diesen TV-Sticks und -Boxen von Amazon: Mit Amazons eigenen Fernsehern der Fire-TV-Serie hingegen klappt es nicht. Das führt zu der kuriosen Situation, dass man Fire-TV-Fernseher mit Fire-TV-Sticks aufrüsten muss, um die neuen Echo-Studio-Lautsprecher damit als Surroundsystem nutzen zu können. Den Preis eines solchen Sticks muss man also zum Preis von fünf Echo Studio addieren, möchte man sich mit einem solchen Set beglücken. Für die Lautsprecher kommen in dem Fall nach Preisliste 1195 Euro zusammen, der günstigste kompatible Fire-TV-Stick kostet 70 Euro. Ohne Rabatte sind das 1265 Euro. Zum Vergleich: Die ebenfalls Dolby-Atmos-fähige Arc-Ultra-Soundbar von Sonos steht mit 999 Euro auf der Preisliste des Herstellers. In Kombination mit zwei Rücklautsprechern vom Typ Era 100 kommen 1457 Euro zusammen. Aber auch Sonos gewährt oft Rabatte. Wenn man etwa ein altes Sonos-Gerät zum Upgrade anmeldet  , gibt es dafür bis zu 30 Prozent Rabatt auf den nächsten Einkauf. Und Sonos ist bei Weitem nicht der einzige Anbieter gut klingender Soundbars. In unserem Test günstiger Modelle schnitten etwa die Geräte von Sennheiser und Bose gut ab (hier geht es zum Testbericht). Amazons neuer Echo Studio ist ein guter Smarthome-Lautsprecher. Die Betonung liegt dabei klar auf dem smarten Aspekt. Als Chef im vernetzten Haushalt kann er diverse Smarthome-Hubs ersetzen und zentral über Alexa steuerbar machen. Das integrierte Thermometer und die Annäherungssensoren kann man nutzen, um Automationen zu erstellen, die von der Raumtemperatur oder der Anwesenheit einer Person abhängig sind. Klanglich gibt er als Solist ein gutes Deluxe-Küchenradio ab, ist im Stereobetrieb auch wohnzimmertauglich. Als Surroundsystem im Vierer- oder Fünferpack macht er Sinn, wenn man das Design mag und den TV mit einer Soundanlage aufwerten möchte, die optisch weniger aufdringlich ist als eine Soundbar samt Rückboxen. Dafür muss man freilich den passenden Raum haben, mit einem TV, neben dem Platz für zwei Echos ist, und Regalen links und rechts vom Fernsehsessel oder -sofa. Wenn das passt und man womöglich einen guten Angebotspreis erwischt, kann das Spaß machen. Auch mit vier statt der maximal möglichen fünf Echo Studio. Dann wird das Set auch preislich gleich attraktiver. Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen. Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen. Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. Wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind, kaufen wir Produkte in einigen Fällen auf eigene Kosten ein. In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und langfristige Leihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen. Oft werden Rezensionsexemplare am Ende eines Jahres zum Beispiel gesammelt und im Rahmen eines firmeninternen Flohmarkts verkauft, wobei die Erlöse für gemeinnützige Zwecke gespendet werden. Teilweise werden sie auch direkt an gemeinnützige Einrichtungen gespendet. Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt DER SPIEGEL stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt. Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom, Entwicklerveranstaltungen wie die Google i/O, WWDC und Build sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. 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