Datum02.01.2026 10:16
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump droht Iran mit militärischem Eingreifen, sollte das Regime gewaltsam gegen friedliche Demonstranten vorgehen. Die Proteste in Iran, ausgelöst durch den massiven Wertverfall der Landeswährung und die hohe Inflation, haben inzwischen auch politische Dimensionen angenommen. Mindestens sieben Menschen wurden bei den Unruhen getötet, und das Regime zeigt sich entschlossen, die Demonstrationen gewaltsam zu unterdrücken. Trump erklärte, dass die USA bereitstehen, um den Protestierenden zu helfen, während die Situation in Iran angesichts westlicher Sanktionen angespannt bleibt.
InhaltDas Regime in Teheran reagiert mit Härte auf die anhaltenden Proteste. Nun verspricht der US-Präsident den Aufbegehrenden: Sollte das Regime friedliche Demonstranten töten, würde ihnen sein Land zu Hilfe kommen. US-Präsident Donald Trump hat Iran mit einem Eingreifen gedroht, sollte die Führung in Teheran gewaltsam gegen friedliche Demonstranten vorgehen. Falls Iran Demonstranten erschieße und töte, würden die Vereinigten Staaten ihnen zu Hilfe eilen, erklärte Trump am Freitag. "Wenn Iran friedliche Demonstranten erschießt und gewaltsam tötet, wie es seine Art ist, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen", schrieb er auf dem von ihm gegründeten Onlinedienst Truth Social. "Wir stehen Gewehr bei Fuß und sind bereit." Bei seit Tagen andauernden Protesten in Iran sind iranischen Medien und Menschenrechtsgruppen zufolge mehrere Menschen getötet worden. Die Unruhen hatten am Sonntag mit Protesten von Ladenbesitzern in Teheran begonnen und breiteten sich schnell in andere Städte aus. Auslöser der Proteste war der massive Wertverfall der Landeswährung. Innerhalb weniger Stunden war der Rial am vergangenen Wochenende auf ein neues Rekordtief gefallen. Zudem liegt die Inflation offiziellen Zahlen zufolge derzeit bei 42,2 Prozent. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate sind die Preise für Lebensmittel um mehr als 70 Prozent gestiegen. Der Protest, der sich an der wirtschaftlichen Krise entzündete, hat längst eine politische Dimension angenommen. Von Demonstrierenden waren Parolen zu hören wie "Tod dem Diktator". Präsident Masoud Pezeshkian gibt sich verständnisvoll für die wirtschaftliche Not des Volkes. Er kündigte als Reaktion einen Dialog mit Vertretern von Gewerkschaften und Händlern an. Zugleich scheint das Regime entschlossen, die Proteste gewaltsam einzudämmen. Augenzeugen berichten von einem massiven Sicherheitsaufgebot in den großen Städten. In ländlichen Regionen ging der Staat zuletzt mit Härte gegen Demonstranten vor. Mindestens sieben Menschen kamen bei den Protesten bereits ums Leben. In Kuhdascht in der westlichen Provinz Lorestan sei ein 21-jähriges Mitglied der paramilitärischen Basidsch-Einheiten ums Leben gekommen, berichtete der staatliche Rundfunk. Der Justizchef der Provinz kündigte an, die Verantwortlichen mit einer Politik der "Null-Toleranz" zur Rechenschaft zu ziehen. Die Menschenrechtsgruppe Hengaw wies diese staatliche Darstellung zurück. Bei dem jungen Mann handle es sich keineswegs um ein Mitglied der Basidsch, sondern um einen gewöhnlichen Bürger, der durch Schüsse von Sicherheitskräften getötet worden sei. Er sei aus nächster Nähe durch einen Kopfschuss getötet worden, berichteten die Aktivisten unter Berufung auf informierte Kreise. Die Informationen rund um den Tod des 21-Jährigen ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Die Unruhen treffen die Führung in Teheran in einer kritischen Phase. Westliche Sanktionen setzen das Regime unter Druck. Zudem leidet das Land unter den Folgen des Zwölftagekriegs. Die Sorge vor einer Neuauflage des Konflikts wächst. Im Juni hatte Israel gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen Irans bombardiert. Vor wenigen Tagen hatte Präsident Trump der Islamischen Republik mit neuen Militärschlägen gedroht. Die USA gelten seit der Islamischen Revolution von 1979 als Erzfeind der iranischen Staatsführung. Diplomatische Beziehungen unterhalten beide Länder nicht.