Datum02.01.2026 09:06
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Regierung des Kantons Wallis geht davon aus, dass beim Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana in der Silvesternacht ein sogenannter "Flashover" stattgefunden hat, was die hohe Zahl an Opfern erklärt. Bei dem Vorfall starben mindestens 40 Menschen, 115 wurden verletzt. Die genaue Brandursache ist noch unklar, jedoch könnte Lärmschutzmaterial Feuer gefangen haben. Diese Tragödie zählt zu den schlimmsten Unfällen in der Geschichte der Schweiz.
InhaltWarum konnten nicht mehr Menschen vor dem Brand in Crans-Montana flüchten? Die Regierung im Wallis hat eine Theorie: Das Feuer könnte sich schlagartig ausgebreitet haben. Die Regierung des Schweizer Kantons Wallis geht davon aus, dass es bei dem Brand in einer Bar in Crans-Montana zu einem sogenannten "Flashover" gekommen sein könnte. "In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar Le Constellation in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte", hieß es in der Mitteilung des Staatsrats, der Regierung des Kantons. Eine Quelle für diese These wurde nicht genannt. Die ermittelnde Staatsanwältin Beatrice Pilloud sagte später, der gesamte Raum habe Feuer gefangen und das habe zu einer Explosion geführt. Bislang gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über die Brandursache. Die Flashover-Theorie könnte aber erklären, warum so viele Menschen bei dem Brand starben und nicht flüchten konnten. Bei einem Flashover geht ein Brand schlagartig von der Entstehungs- in die Vollbrandphase über. Die Brandschutzsachverständige Sandra Barz erklärte das Phänomen im ARD-Brennpunkt so: Unter der Decke sammele sich Hitze, dieser Wärmestau werde heißer und heißer. Alle brennbaren Materialien in dem betroffenen Raum würden dann irgendwann chemisch zersetzt und bildeten bestimmte Gase. "Bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird", sagte Barz. In kurzer Zeit steige die Temperatur auf etwa 1.000 bis 1.200 Grad. Zusätzlich falle der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Selbst für Feuerwehrleute stelle das eine schwierige Situation dar. Für Menschen ohne Schutzkleidung sei sie nicht zu überleben. In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten größtenteils jungen Feiernden mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen, 115 weitere wurden verletzt. Die Schweizer Behörden gehen von einem Unfall aus. Medienberichten zufolge könnte Lärmschutzmaterial an der Kellerdecke Feuer gefangen haben, als feiernde Menschen mit auf Champagnerflaschen gesteckten Wunderkerzen hantierten. Der Brand gilt als einer der schlimmsten Unfälle in der Geschichte der Schweiz.