Datum02.01.2026 08:48
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Walliser Kantonsregierung geht von einem Flashover beim Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana aus, der in der Silvesternacht 2026 zahlreiche Todesopfer und Verletzte forderte. Ein Flashover führt zu einer schlagartigen Ausbreitung des Feuers und kann erklären, warum viele Menschen nicht fliehen konnten. Die genaue Brandursache ist noch unklar, doch Experten erläutern, dass hohe Temperaturen und ein sinkender Sauerstoffgehalt die Überlebenschancen stark vermindern.
InhaltWarum konnten nicht mehr Menschen vor dem Brand in Crans-Montana flüchten? Die Regierung im Wallis hat eine Theorie: Das Feuer könnte sich schlagartig ausgebreitet haben. Die Regierung des Schweizer Kantons Wallis geht davon aus, dass es bei dem Brand in einer Bar in Crans-Montana zu einem sogenannten Flashover gekommen sein könnte. "In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar Le Constellation in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte", hieß es in der Mitteilung des Staatsrats, der Regierung des Kantons. Eine Quelle für diese These wurde nicht genannt. Die ermittelnde Staatsanwältin Beatrice Pilloud sagte später, der gesamte Raum habe Feuer gefangen und das habe zu einer Explosion geführt. Bislang gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über die Brandursache. Die Flashover-Theorie könnte aber erklären, warum so viele Menschen bei dem Brand starben und nicht flüchten konnten. Bei einem Flashover geht ein Brand schlagartig von der Entstehungs- in die Vollbrandphase über. Die Brandschutzsachverständige Sandra Barz erklärte das Phänomen im ARD-Brennpunkt so: Unter der Decke sammele sich Hitze, dieser Wärmestau werde heißer und heißer. Alle brennbaren Materialien in dem betroffenen Raum würden dann irgendwann chemisch zersetzt und bildeten bestimmte Gase. "Bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird", sagte Barz. In kurzer Zeit steige die Temperatur auf etwa 1.000 bis 1.200 Grad. Zusätzlich falle der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Selbst für Feuerwehrleute stelle das eine schwierige Situation dar. Für Menschen ohne Schutzkleidung sei sie nicht zu überleben. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.