Datum02.01.2026 06:30
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Neujahrs-"Tatort" mit Cornelia Gröschel als Kommissarin Winkler thematisierte das Schicksal einer traumatisierten 16-Jährigen, die von ihrer erfundenen Mutter im Verlies festgehalten wurde. Die Geschichte präsentierte sich als wackeliges Konstrukt mit unerwarteten Wendungen, angelehnt an den Netflix-Hit "Liebes Kind". Die Inszenierung kämpfte mit Komplexität und Rückblenden, was die Zuschauer verwirrte. Der Krimi erhielt nur 4 von 10 Punkten. Zukünftig wird die Ermittlungsgruppe in Sachsen wieder durch eine neue Kommissaranwärterin ergänzt.
InhaltAusgedachter Vater, eingebildete Schwester: Der Neujahrs-"Tatort" um eine traumatisierte 16-Jährige war extrem wackelig konstruiert. Oder sind Sie anderer Meinung? "Du weißt ja, dass der Papa alles sieht." So sprach die Mutter (Nina Kunzendorf) zu dem Mädchen, das in einem Verlies unter einem Wohnblock gefangengehalten wurde. Immer wieder machte die Alte der Jungen Angst mit Verweis auf den übermächtigen Vater Angst, etwa so: "Der Papa steht unter Druck, wir müssen vorsichtig sein." Doch dann stellte sich heraus, dass es den viel beschworenen Vater, der angeblich mit Kameras das Treiben des Kindes beobachtete, gar nicht gab. Die Mutter hatte ihn erfunden, damit sie das Mädchen im Keller ruhigstellen konnte. Kommissarin Winkler (Cornelia Gröschel) und ihr Chef Schnabel (Martin Brambach) versuchten, hinter das Geheimnis der 16-Jährigen zu kommen, nachdem diese aus ihrem Gefängnis entflohen war. Angeblich hatte sie dort ihre Zwillingsschwester zurückgelassen. Doch die entpuppte sich nach einem konstruierten und überreizten Thrillerfinale als Hirngespinst des traumatisierten Mädchens. In unserem Schnellcheck schrieben wir: "Die Story um das isoliert gehaltene Kind erinnert mit seinen unerwarteten Wendungen und unübersichtlichen Familienverhältnissen an den Überraschungs-Serienhit ›Liebes Kind‹, der vor zwei Jahren bei Netflix erschien . Das Drehbuch lieferte Viola M.J. Schmidt, zeitweilige Headautorin von ›Die Schule der magischen Tiere‹. Für die Inszenierung war die Schauspielerin und Regisseurin Saralisa Volm verantwortlich, die mit "Schweigend steht der Wald" ein psychologisch forderndes Familientraumadrama gedreht hat. In diesem Krimi aber wird der komplizierte Stoff zu oft der Thriller-Standarddramaturgie unterworfen, die im Dresdner ›Tatort‹ regiert. Zudem verheddert man sich beim Zuschauen leicht im Rückblendengeflecht, in dem Vergangenheit und Gegenwart unübersichtlich überlappen." Wir gaben 4 von 10 Punkten. Was halten Sie von dem Krimi? Einmal wurde in dieser Folge auf Winklers ehemalige Kollegin Gorniak angespielt, die nicht mehr auf dem Revier arbeitet. Darstellerin Karin Hanczewski hatte den Dresdner "Tatort" Anfang 2025 verlassen. Deshalb wurde der aktuelle Fall von Winkler und Dezernatsleiter Schnabel als Duo gelöst. In Zukunft soll in Sachsen aber wieder in Dreierformation ermittelt werden: Die Schauspielerin Lilja van der Zwaag übernimmt die Rolle der Kommissaranwärterin Milla Brandis. Eine erste Episode mit ihr ist bereits abgedreht. Der Titel lautet "Das, was du zurücklässt". Es geht bei dem Fall um den Mord an einer Lehrerin.