Datum02.01.2026 05:30
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Niedersachsen besteht ein Konflikt zwischen SPD und Grünen über die Gasförderung auf See. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) betont, dass für die Energiewende auch Gas notwendig sei und spricht sich für die Unterstützung von "blauem Wasserstoff" aus, der aus Erdgas gewonnen wird. Die Grünen hingegen lehnen die geplante Gasförderung vor Borkum ab, da sie als umweltschädlich angesehen wird. Die Entscheidung über die Fördergenehmigung auf deutschem Hoheitsgebiet steht bis 2026 im Bundesrat aus.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Koalitionsstreit“. Lesen Sie jetzt „Lies: Ohne Gas wird es nicht gehen“. Bei der Gasförderung auf See sind SPD und Grüne in Niedersachsens Landesregierung weiter auf Konfrontationskurs. "Es ist offensichtlich, dass wir bei der Gasförderung unterschiedlicher Auffassung sind", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei sich die SPD bei der Zielsetzung mit den Grünen einig: Diese laute, einen Weg in eine gesicherte Energieversorgung mit dem Ausbau der Erneuerbaren zu finden. "Aber ich bin überzeugt: Wir werden für die Energiewende Gas brauchen. Ohne wird es nicht gehen", sagte Lies. Das gelte auch für die Herstellung von "blauem Wasserstoff". "Ansonsten wird der Markt für Wasserstoff nie hochlaufen." "Blauer Wasserstoff" wird aus Erdgas gewonnen, sogenannter grüner Wasserstoff mittels Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt. Die Transformation hin zu "grünem Wasserstoff" soll die Industrie insgesamt klimafreundlicher machen. Der Streit von Rot-Grün hat die geplante Gasförderung vor der Nordseeinsel Borkum zum Hintergrund. Die Grünen halten diese für unnötig und schädlich für Natur und Klima. Das niederländische Unternehmen One-Dyas plant, unter dem Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund nach Gas zu bohren. Das Gasfeld dort grenzt zudem an ein anderes Feld, in dem der Konzern bereits jetzt Erdgas fördert – allerdings nur auf niederländischer Seite. Ob dort auch auf deutschem Hoheitsgebiet gefördert werden darf, entscheidet der Bundesrat Anfang 2026. Lies hatte im Dezember bei Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) kritisiert, die neuen Pläne des Bundes für den Meeresschutz berücksichtigten "nur unzureichend, dass die Förderung heimischer Gasressourcen einen Beitrag zur Sicherung der Versorgung zu bezahlbaren Preisen leisten" könne. Lies nahm darin direkten Bezug darauf, dass der Chef von One-Dyas ihm seine "tiefe Besorgnis" über den Entwurf mitgeteilt habe. Das von Christian Meyer (Grüne) geführte Umwelt- und Energieministerium des Landes erklärte daraufhin: "So wie wir bei Borkum dagegen sind, sind wir auch bei den Meeresschutzgebieten der Meinung: Diese Einschränkungen, was fossile Rohstoffe angeht, sind richtig." Es gebe keinen Gasmangel mehr, und der Ausbau der Erneuerbaren komme voran. "Wir halten es vor allem aber aus umwelt-, natur- und auch aus klimapolitischen Gründen für falsch." © dpa-infocom, dpa:260102-930-488701/1