Gleichstellung in Chefetagen: Dax und MDax: Weniger Frauen in den Vorständen

Datum02.01.2026 05:10

Quellewww.zeit.de

TLDRIn den Vorstandsetagen der Dax- und MDax-Unternehmen hat der Anteil von Frauen 2025 abgenommen, entgegen eines langjährigen Trends. Der Frauenanteil im Dax sank um 0,2 auf 25,5 Prozent und im MDax um 0,4 auf 19,5 Prozent. Ausnahmen sind Unternehmen wie Beiersdorf und Siemens Healthineers mit über 50 Prozent Frauenanteil. Deutschland und Schweden verzeichnen im europäischen Vergleich Rückschritte, während Norwegen führend ist. Die Studie weist auf anhaltende Ungleichheiten und kurze Verweildauern von Frauen in Führungspositionen hin.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gleichstellung in Chefetagen“. Lesen Sie jetzt „Dax und MDax: Weniger Frauen in den Vorständen“. In den Chefetagen der neunzig größten Unternehmen an der Frankfurter Börse hat die Gleichstellung im vergangenen Jahr Rückschritte gemacht. Gegen den langjährigen Trend ist der Frauenanteil in den Vorständen der in Dax und MDax notierten Konzerne 2025 leicht gesunken, wie die Personalberatung Russell Reynolds ermittelt hat.  Im Dax sind demnach aktuell 25,5 Prozent der Vorstandsmitglieder Frauen, 0,2 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Vier Dax-Konzerne bilden mit einem Frauenanteil von jeweils über 50 Prozent im Vorstand die Ausnahme von der Regel: Beiersdorf, Merck, MTU und Siemens Healthineers. Porsche und Brenntag sind die Tabellenletzten, in beiden Unternehmen sitzt keine Frau am Vorstandstisch.  Im MDax sank der Anteil weiblicher Spitzenmanagerinnen um 0,4 Punkte auf 19,5 Prozent. Damit endete laut Russell Reynolds ein zehnjähriger Trend, währenddessen von Jahr zu Jahr kontinuierlich mehr Frauen in die Vorstände der großen börsennotierten Unternehmen eingezogen waren. Zudem leiten Vorständinnen der Analyse zufolge überdurchschnittlich häufig das Personalwesen - ohne Führung operativer Geschäftsbereiche.  Abgesehen davon sind Deutschland und Schweden im Vergleich neun europäischer Länder demnach die einzigen Nationen, in denen es für Spitzenmanagerinnen rückwärts ging. An der Spitze liegt Norwegen mit einem Frauenanteil von deutlich über einem Drittel. Der Dax steht im Hinblick auf eine Frauenquote auf dem sechsten Platz, der MDax auf dem vorletzten vor Schusslicht Italien. "Der internationale Vergleich, die Machtverteilung in den Vorständen sowie die kürzere Verweildauer von Frauen machen deutlich, dass eine strukturelle Gleichstellung in den deutschen Vorstandsetagen weiterhin nicht erreicht ist", sagte Studienautor Jens-Thomas Pietralla. © dpa-infocom, dpa:260102-930-488689/1