Verkehr: Immer mehr Unfälle mit E-Scootern in Niedersachsen

Datum02.01.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Niedersachsen sind Unfälle mit E-Scootern im Jahr 2024 um fast 40 Prozent gestiegen, mit insgesamt 1.777 registrierten Vorfällen. Besonders betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene (15-24 Jahre), die häufig selbstverschuldete Unfälle haben. Im Vergleich dazu gab es in Niedersachsen 12.697 Fahrradunfälle. Eine weitere Zunahme der E-Scooter-Unfälle wird für 2025 erwartet. Tödliche Unfälle blieben bisher aus, und E-Scooter-Fahrer müssen bestimmte Verkehrsregeln beachten, einschließlich Promillegrenzen und Versicherungspflicht.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verkehr“. Lesen Sie jetzt „Immer mehr Unfälle mit E-Scootern in Niedersachsen“. In Niedersachsen werden immer mehr Unfälle mit E-Scootern erfasst. Landesweit sind die Unfälle mit Beteiligung von E-Scootern im Jahr 2024 laut der Polizei Hannover um fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Mit insgesamt 1.777 Unfällen war der Anteil der Roller am Gesamtunfallgeschehen den Angaben nach aber eher gering. Im Vergleich dazu wurden in Niedersachsen im Jahr 2024 12.697 Unfälle mit Fahrrädern verzeichnet. Die beiden Altersgruppen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15-24 Jahre) sind laut Polizei besonders häufig in Unfälle mit Elektrorollern verwickelt. Für das Jahr 2025 rechnet die Polizei in Hannover mit einem weiteren Anstieg der Unfälle mit E-Scootern. Eine detaillierte Unfallstatistik für das laufende Jahr wird von den niedersächsischen Polizeidirektionen erst am Anfang des kommenden Jahres erstellt. Auch nach Angaben der Polizei in Osnabrück sind Jugendliche und junge Erwachsene überproportional oft in Unfälle mit E-Scootern verwickelt. Dabei handele es sich meist um selbst verschuldete Unfälle ohne die Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. In Braunschweig verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 81 Unfälle mit E-Scootern. Im Jahr 2023 waren es 66, im Jahr 2022 93. Einen tödlichen Unfall gab es laut Polizei dort nicht. Auch im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen hat es in den vergangenen beiden Jahren keine tödlichen Unfälle mit elektrischen Rollern gegeben. Insgesamt verzeichnete man dort im Jahr 2024 76 Unfälle. Ein Jahr zuvor waren es 39 Unfälle mit Elektrorollern. In Oldenburg haben sich die von der Polizei erfassten Unfälle mit E-Scootern im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr davor fast verdoppelt. Waren es im Jahr 2023 noch 32 Unfälle, zählten die Beamten im Jahr 2024 63 Unfälle. Dabei blieb es bei Leicht- und Schwerverletzten. Tödliche Unfälle verzeichnete die Polizei nicht. In Hildesheim ist die Anzahl der Unfälle mit E-Scootern in den vergangenen Jahren in etwa gleich geblieben. Im vergangenen Jahr waren es 49, im Jahr 2023 46. In Deutschland dürfen Jugendliche laut dem ADAC ab 14 Jahren E-Scooter fahren. Manche Leihunternehmen lassen jedoch erst Fahrer ab 18 Jahren zu. Dabei müssen Radwege, Radfahrstreifen oder Fahrradstraßen genutzt werden. Nur wenn die fehlen, darf auf der Straße gefahren werden. Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen sind die elektrischen Roller grundsätzlich verboten. Auf einem E-Scooter darf immer nur eine Person fahren. Auch für die Zweiräder gilt dieselbe Promillegrenze wie beim Autofahren. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine Auffälligkeiten zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.  Ab einem Wert von 1,1 Promille ist es eine Straftat. Wenn der Fahrer oder die Fahrerin Ausfallerscheinungen zeigt, kann es jedoch schon ab 0,3 Promille als eine Straftat eingestuft werden. Für Nutzer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge gilt die 0,0 Promille-Grenze. Jeder E-Scooter benötigt außerdem eine Haftpflichtversicherung und eine aufgeklebte Versicherungsplakette. Ein Helm ist nicht vorgeschrieben. Die Höchstgeschwindigkeit eines Scooters beträgt 20 Kilometer in der Stunde. © dpa-infocom, dpa:260102-930-488664/1