Ort des Dialogs: Jüdische Akademie eröffnet 2026 in Frankfurt

Datum02.01.2026 01:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Jüdische Akademie in Frankfurt wird 2026 eröffnet und ist die erste überregionale, nicht-universitäre jüdische Bildungseinrichtung in Deutschland seit der Schoah. Präsident Josef Schuster hebt ihre Rolle für interkulturellen Austausch und Dialog hervor, sowohl innerhalb der jüdischen Gemeinschaft als auch darüber hinaus. Die Akademie bietet Veranstaltungen, Seminare und wissenschaftliche Debatten und wird mit der Goethe-Universität kooperieren. Die Projektkosten betragen rund 38 Millionen Euro, finanziert durch Bund, Hessen, Frankfurt und den Zentralrat der Juden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ort des Dialogs“. Lesen Sie jetzt „Jüdische Akademie eröffnet 2026 in Frankfurt“. Nach längerer Bauzeit soll in Frankfurt im kommenden Jahr eine Jüdische Akademie eröffnen. "Das wird die erste überregionale, nicht-universitäre jüdische Bildungseinrichtung in Deutschland sein seit der Schoah", sagt der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. "Im Gegensatz zu den christlichen Akademien, von denen es ja eine ganze Reihe gibt, wird es zunächst erst mal eine einzige Jüdische Akademie zentral für das ganze Bundesgebiet geben."  Die Akademie ergänze die Bildungslandschaft in Deutschland um eine jüdische Perspektive – offen, plural und zukunftsorientiert, heißt es auf der Homepage des Zentralrats. "Die Akademie richtet sich an ein breites Publikum – innerhalb und außerhalb der jüdischen Gemeinschaft." Laut aktueller Planung ist die Eröffnung voraussichtlich für den September 2026 geplant.  Ein ähnliches Konzept sei ihm nirgends anders in Europa bekannt, bekräftigt Schuster. Natürlich gebe es viele jüdische Bildungseinrichtungen, insbesondere in Frankreich und Großbritannien, mit denen man im Austausch sei. "Aber unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass diese Akademie sowohl innerjüdisch als auch außerjüdisch wirken soll und wirken wird." Wie wichtig ist ein solcher interkultureller Austausch gerade in Zeiten wie diesen? Er sei schon immer wichtig gewesen, aber heute fast wichtiger denn je, sagt Schuster. "Dieser interreligiöse Dialog, sowohl christlich-jüdisch als auch muslimisch-jüdisch, hat eine große Bedeutung und wird ein wichtiger Punkt der Arbeit der Jüdischen Akademie sein."  Und so sagt Schuster: "Unterschiede aushalten und Gemeinsamkeiten stärken – das soll dieser moderne Ort jüdischen Denkens leisten." An der Akademie werde es Veranstaltungen, Seminare und wissenschaftliche Debatten geben. Es sei ein Ort für Pluralität, Teilhabe und demokratische Verantwortung, heißt es auf der Seite. Eine Kooperation gibt es auch mit der Frankfurter Goethe-Universität. Errichtet wird die Akademie seit einigen Jahren an der Senckenberganlage. Die Projektkosten in Höhe von rund 38 Millionen Euro werden vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Zentralrat getragen.  Dass die Wahl auf Frankfurt gefallen ist, hat verschiedene Gründe. Zum einen habe der Zentralrat bereits seine Bildungsabteilung in der Mainmetropole angesiedelt. Zum anderen habe sich auch Frankfurt gezielt um den Standort bemüht. Darüber hinaus habe Frankfurt eine hohe jüdische Infrastruktur und eine reiche jüdische politische Geschichte, erklärt Schuster. Manche sagten, Frankfurt sei die jüdischste Stadt Deutschlands. "Ich glaube, so ganz verkehrt ist diese Einschätzung nicht." © dpa-infocom, dpa:260102-930-488401/1