Datum02.01.2026 01:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Jahr 2026 beginnt stürmisch an der deutschen Nordseeküste. Eine Sturmflut mit Pegelständen von 1,5 bis 2 Metern über dem mittleren Hochwasser wird erwartet, was zu erheblichen Problemen führt, darunter abgesagte Neujahrsbäder und ausgefallene Fährverbindungen. Die Warnungen betreffen besonders Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Der steigende Meeresspiegel in den letzten 100 Jahren verstärkt das Hochwasserrisiko, weshalb Deiche angepasst werden mussten, um Anwohner zu schützen.
InhaltDas Jahr 2026 startet im Norden Deutschlands stürmisch. Für die Küsten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird eine Sturmflut erwartet. An der deutschen Nordseeküste wird eine Sturmflut erwartet. Für die Nacht auf den Freitag rechnet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die ostfriesische Küste und das Wesergebiet mit einem Pegelstand von etwa 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser. Für die nordfriesische Küste und das Elbegebiet erwartet man sogar einen Stand von 1,5 bis 2 Meter über dem mittleren Hochwasser. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sorgen Sturmböen – teils einzeln auftretend, teils besonders heftig – an den Küsten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein für erhebliche Probleme und Störungen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) prognostizierte bereits Sturmfluten in Orten wie Dagebüll, am Eider-Sperrwerk sowie an der Elbe bei Geesthacht. Fähren nach Helgoland fielen komplett aus, während Verbindungen zu Föhr und Amrum teilweise verschoben werden mussten. Dasselbe gilt für mehrere Fährlinien in Niedersachsen, wo die Änderungen auch am Freitag weiterhin bestehen. Neujahrsbäder in Büsum, auf Sylt und Föhr wurden von den Gemeinden abgesagt, und in Wilhelmshaven rät die Feuerwehr Autofahrern dringend, Parkplätze am und um den Hafen zu meiden, bis sich die Wetterlage spürbar entspannt hat. In den vergangenen 100 Jahren ist der mittlere Meeresspiegel an der deutschen Nordseeküste um etwa zwanzig Zentimeter gestiegen. Das belegen langjährige Messreihen an Pegeln wie Cuxhaven oder Norderney, die zu den längsten kontinuierlichen weltweit zählen. Dies hat Folgen, insbesondere bei Sturmfluten, die nach Expertenangaben höher ansteigen und häufiger eintreten. Hochwasser bleibt von jeher eine der größten Bedrohungen für die Küstenbewohner. Dadurch mussten viele Deiche neu berechnet, verstärkt und angepasst werden. So führte etwa die sehr schwere "erste Januarflut" von 1976 zwar zu einem deutlich höheren Wasserstand, hinterließ aber an der neuen, robusteren Deichlinie kaum nennenswerte Schäden.