Ukrainischer Geheimdienst täuscht Tod von Milizenführer vor und kassiert Kopfgeld

Datum01.01.2026 22:12

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat den Tod des russischen Neonazi-Milizenführers Denis Kapustin, alias White Rex, fingiert, um ein Kopfgeld in Höhe von 500.000 US-Dollar von Moskau zu kassieren. Kapustin kämpft mit einem Freiwilligenkorps gegen russische Truppen. Der Geheimdienst konnte ein geplantes Attentat auf ihn aufdecken und sicherte das Kopfgeld zur Unterstützung der Ukraine. In der Vergangenheit hatte HUR bereits erfolgreich ähnliche Täuschungsaktionen durchgeführt. Unabhängige Bestätigungen zu den Vorgängen fehlen.

InhaltDer russische Neonazi Denis Kapustin kämpft mit einem Freiwilligenkorps an der Seite der Ukraine gegen Kremltruppen. Vor Kurzem wurde der Mann mit dem Kampfnamen White Rex für tot erklärt. Das war wohl eine Finte. Spektakuläre Geheimoperation: Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Ende Dezember den Tod eines russischen Milizenführers fingiert, der in der Ukraine gegen Moskaus Truppen kämpft. Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zeigte am Neujahrstag in einem Video den totgeglaubten Denis Kapustin, einen russischen Neonazi. Er ist Chef des russischen Freiwilligenkorps RDK und kämpft an der Seite ukrainischer Truppen gegen die russische Invasion. In einer komplizierten Aktion sei es dem HUR gelungen, im russischen Geheimdienst die Drahtzieher eines geplanten Attentats auf Kapustin zu ermitteln, hieß es in einer Mitteilung. Das von Moskau ausgesetzte Kopfgeld von 500.000 US-Dollar (425.000 Euro) sei sichergestellt worden und komme nun der Verteidigung der Ukraine zugute. Unabhängige Quellen zu dieser Darstellung aus Kyjiw gab es indes nicht. Kapustins Truppe hatte am 27. Dezember mitgeteilt, ihr Kommandeur sei im Gebiet Saporischschja durch einen russischen Drohnenangriff getötet worden. Es wurde Rache für den Tod des Rechtsextremisten mit dem Kampfnamen White Rex angedroht. Das RDK war in der Vergangenheit mit Kämpfern und schwerer Militärtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort zeitweilig Ortschaften kontrolliert. Schon 2018 hatten ukrainische Geheimdienste einen Todesfall vorgetäuscht und weltweit Schlagzeilen gemacht. Damals hieß es, der kremlkritische russische Kriegsberichterstatter Arkadi Babtschenko sei in Kyjiw bei einem Anschlag getötet worden. Einen Tag später zeigte sich, dass Babtschenko noch lebte. Mithilfe dieser Finte seien die Attentäter entlarvt worden. Lesen Sie hier  , wer die Freischärler sind, die Russland auf eigenem Boden attackieren.