Datum01.01.2026 19:12
Quellewww.zeit.de
TLDRIn der Silvesternacht 2023 verzeichnete die Polizei in Hamburg 1.398 Einsätze, eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Zehn Polizisten wurden verletzt. Besonders in Steilshoop kam es zu Auseinandersetzungen, wo Pyrotechnik auf Passanten geworfen wurde. Mehr als 7.000 Menschen waren an den Landungsbrücken und bis zu 25.000 auf der Reeperbahn. Insgesamt blieb die Situation weitestgehend friedlich, und die Stadtreinigung sammelte weniger Müll als im Vorjahr. Innensenator Grote dankte den Einsatzkräften.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Jahreswechsel“. Lesen Sie jetzt „Polizei meldet Zunahme an Einsätzen in der Silvesternacht“. In der Silvesternacht hat die Polizei in Hamburg 1.398 Einsätze getätigt und damit mehr als im Vorjahr. Zum Jahreswechsel zu 2025 waren es 1.079 und davor rund 1.200, wie aus einer aktualisierten vorläufigen Bilanz der Polizei hervorgeht. Zehn Polizisten wurden in der Nacht verletzt. Ein Polizist habe aufgrund einer Verletzung nicht weiterarbeiten können. Die Polizei bilanzierte, es habe einen weitgehend silvestertypischen Einsatzverlauf gegeben. "Der weit überwiegende Teil der Hamburgerinnen und Hamburger startete friedlich in das neue Jahr." Umfangreiches Eingreifen sei aber im Stadtteil Steilshoop erforderlich gewesen. In dem Stadtteil war es schon in vergangenen Jahren in der Silvesternacht zu Einsätzen gekommen. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) dankte den Einsatzkräften. Den verletzen Polizisten wünschte er auf der Plattform X schnelle Genesung. "Es ist gut, dass es in einigen Fällen bereits gelungen ist, die Verursacher unmittelbar zu identifizieren und festzunehmen", heißt es in einem Beitrag. Hamburgs AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann sprach anlässlich der verletzten Einsatzkräfte in einer Mitteilung von "Silvestergewalt", die längst zur bitteren Realität geworden sei. Angriffe auf Beamte seien Angriffe auf den Rechtsstaat. Die Entwicklung sei Ergebnis einer fehlgeleiteten Asyl- und Migrationspolitik. Laut Polizei hielten sich mehr als 7.000 Menschen an den Landungsbrücken auf, bis zu 25.000 auf der Reeperbahn und etwa 4.000 rund um die Binnenalster. Rund um die Binnenalster und auf dem Rathausmarkt war es untersagt, Feuerwerkskörper mitzuführen und abzubrennen. Die meisten Besucher hätten sich daran gehalten. Laut Polizei verlief die erstmals aus Hamburg ausgestrahlte ZDF-Silvestershow ohne besondere Vorkommnisse. In den Abendstunden war eine größere Zahl an Polizisten in Steilshoop tätig. Dort wurde demnach Pyrotechnik auf Passanten, Einsatzkräfte und Gebäude geworfen und geschossen. Die Situation konnte den Angaben zufolge im Verlauf der Nacht beruhigt werden. Die Polizei sprach Platzverweise aus und nahm Beteiligte in Gewahrsam oder fest. Kurz nach Mitternacht wurden Polizisten den Angaben zufolge bei einem Einsatz auf einem Supermarktparkplatz in Lurup mit Pyrotechnik beschossen. Ein mutmaßlicher Verursacher wurde vorläufig festgenommen. Auch andernorts musste die Polizei zu Einsätzen eilen: Im Stadtteil St. Pauli soll eine Gruppe Feuerwerkskörper auf Unbeteiligte geworfen haben. In Harburg meldeten Passanten, dass sie mit Schreckschusswaffen beschossen worden seien. In Wilhelmsburg feuerten mehrere Störer Feuerwerk auf Feuerwehrleute, die einen Brand löschten. Ähnliches geschah in Dulsberg. Bereits am früheren Abend kam es in Farmsen-Berne zum Brand eines Einfamilienhauses – mutmaßlich ausgelöst von Feuerwerk. Verletzt wurde niemand. Das Haus ist vorerst unbewohnbar. Rund 80 Mitarbeiter der Stadtreinigung sammelten in der Nacht und am Neujahrsmorgen an belebten Plätzen der Stadt rund 16 Tonnen Müll ein. Das seien rund drei Tonnen weniger als im Vorjahr gewesen, teilte die Stadtreinigung mit. Ein Sprecher der Stadtreinigung erklärte die positive Entwicklung mit dem nasskalten Wetter und einem gesteigerten Bewusstsein der Bevölkerung, Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. © dpa-infocom, dpa:260101-930-488190/1