Japan: Weibliche Abgeordnete fordern mehr Frauentoiletten im Parlamentsgebäude

Datum01.01.2026 17:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRWeibliche Abgeordnete im japanischen Parlament fordern mehr Frauentoiletten, da es in der Nähe des Plenarsaals nur eine Toilette mit zwei Zellen gibt, was lange Schlangen vor Sitzungen verursacht. Eine Petition, unterstützt von fast 60 Parlamentarierinnen, einschließlich Regierungschefin Sanae Takaichi, soll zusätzliche Toilettenplätze fordern. Trotz eines Anstiegs der Frauenanzahl im Parlament bleibt Japan hinsichtlich Geschlechtergerechtigkeit rückständig, rangiert im Weltwirtschaftsforum auf Platz 118 von 148 und zeigt eine klare Unterrepräsentation von Frauen in Politik, Medien und Wirtschaft.

InhaltIn der Nähe des Plenarsaals des japanischen Parlaments gibt es nur eine Damentoilette, weshalb sich vor Sitzungen lange Schlangen bilden. Eine Petition fordert nun mehr Klos – mit prominenter Unterstützung. Die weiblichen Abgeordneten im japanischen Parlament fordern zusätzliche Sitze – in den Toiletten des Parlamentsgebäudes. Fast 60 Parlamentarierinnen, darunter auch Regierungschefin Sanae Takaichi, starteten jetzt eine entsprechende Petition. Die japanische Politik ist traditionell stark von Männern geprägt. Obwohl die Zahl der Frauen im japanischen Parlament bei der jüngsten Wahl auf 73 gestiegen war und Takaichi im Oktober die erste weibliche Ministerpräsidentin wurde, gibt es in der Nähe des Plenarsaals nur eine einzige Damentoilette mit ganzen zwei Zellen, wie es im Petitionstext heißt. Vor jeder Parlamentssitzung bilden sich daher lange Schlangen vor der Damentoilette. Das Parlamentsgebäude in Tokio wurde 1936 erbaut – fast ein Jahrzehnt, bevor Frauen in Japan das Wahlrecht erhielten. Im gesamten Gebäude gibt es laut der Zeitung "Yomiuri Shimbun" zwölf Herrentoiletten mit 67 Zellen und neun Damenklos mit insgesamt 22 Zellen. Im Bericht des Weltwirtschaftsforums zur Geschlechter-Ungleichheit rangierte Japan in diesem Jahr auf Platz 118 von 148. Neben der Politik sind Frauen in dem Land auch in den Medien und der Wirtschaft klar unterrepräsentiert.