Schweiz: Was über den Brand in Crans-Montana bekannt ist

Datum01.01.2026 12:07

Quellewww.zeit.de

TLDRIn der Silvesternacht brach in der Bar Le Constellation in Crans-Montana ein verheerendes Feuer aus, bei dem mehrere Dutzend Menschen starben und etwa 100 verletzt wurden. Die Ursache des Brandes ist unklar; es gab Berichte über eine Explosion. Die Region ist mit einem Großaufgebot von Rettungskräften und Krankenhäusern belastet. Die Polizei schließt einen Anschlag aus und stuft das Ereignis als tragisches Unglück ein. Eine Notfallhotline für Angehörige wurde eingerichtet und die Bevölkerung aufgefordert, das Gebiet zu meiden.

InhaltIn der Silvesternacht ist in einer Bar im noblen Skiort Crans-Montana ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Zahlreiche Menschen sind tot. Was bislang bekannt ist Der Jahreswechsel in dem Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Tragödie geendet. Bei einem Feuer in einer beliebten Bar kamen nach Behördenangaben "mehrere Dutzend" Menschen ums Leben, etwa 100 weitere wurden teils schwer verletzt. Die Krankenhäuser in der Region sind wegen der hohen Opferzahl stark ausgelastet. Ein Überblick Ort der Tragödie ist die Bar Le Constellation im Zentrum von Crans-Montana, einem Skiort im Süden der Schweiz im Kanton Wallis. Die Feuerwehr erhielt gegen 1.30 Uhr in der Nacht erste Notrufe, weil Rauch aus der Bar drang. Auf einem Video im Internet ist zu sehen, wie Flammen aus dem Gebäude schlagen. Zu dem Zeitpunkt sollen Hunderte Menschen in der Bar die Silvesternacht gefeiert haben. Unklar ist, warum das Feuer ausbrach. Auf einer Pressekonferenz der Polizei und örtlichen Behörden hieß es, dass es auch zu einer Explosion kam –wohl eine Verpuffung als Folge des Feuers. Inwieweit Pyrotechnik bei dem Brand oder der Explosion eine Rolle spielte, ist nicht klar. Die Bar wird als beliebter Treffpunkt von jungen Menschen beschrieben. Sie hatte offenbar ein Untergeschoss. Auf einem Profil der Bar auf der Homepage der Stadt Crans-Montana sind Innenaufnahmen und weitere Informationen zu sehen. Demnach gab es auch einen Raucherbereich mit Shishas, mehrere große Ledersofas und einen Neon-beleuchteten Barbereich. Die Bar bot demnach Platz für 300 Menschen. Laut offiziellen Angaben sind "mehrere Dutzend" Menschen bei der Tragödie ums Leben gekommen. Weitere knapp 100 Menschen sind teils schwer verletzt. Weil die Identifizierung noch andauert, gibt es bislang keine genaueren Zahlen. Es könnten auch ausländische Staatsbürger unter den Opfern sein, hieß es. Ob auch Deutsche darunter sind, ist noch unklar. Die Opfer erlitten vor allem schwere Verbrennungen, das sagte ein Arzt der Rettungsflugwacht dem Westschweizer Sender RTS. Er bat aus Solidarität darum, kein weiteres Risiko am 1. Januar einzugehen, um die Krankenhäuser zu entlasten. Die Feuerwehr und Rettungssanitäter waren mit einem Großaufgebot von 140 Helfern im Einsatz. Um die Opfer schneller abzutransportieren, kamen zehn Rettungshubschrauber zum Einsatz. Der Luftraum über Crans-Montana wurde gesperrt. Mit insgesamt 40 Krankenwagen wurden Menschen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Die Intensivstation im Valais Krankenhaus im nächstgrößeren Ort Sion ist komplett ausgelastet. Dort wurde ein spezieller Katastrophenplan aktiviert. Aufgrund der hohen Zahl an Opfern wurden auch andere Kliniken in der ganzen Schweiz einbezogen. Die Schweizer Zeitung Der Tagesanzeiger berichtete, dass mehrere Menschen auch ins Universitätsklinikum nach Zürich geflogen wurden. Außerdem wurden mehrere Sammelstellen für Verletzte eingerichtet.  Die Polizei schließt einen Anschlag klar aus. Das Feuer wird als "Unglück" eingestuft. Die genauen Hintergründe müssten jedoch noch ermittelt werden. Der Walliser Staatsrat rief eine "besondere Lage" aus. Dadurch kann den Angaben zufolge noch schneller Hilfe organisiert werden, um in den nächsten Tage "alle nötigen Mittel mobilisieren zu können".  Der Einsatz ist noch immer im Gange. Deshalb wurde die Bevölkerung dazu aufgefordert, sich strikt an die Anweisungen der Behörden zu halten und sich nicht in das betroffene Gebiet zu begeben. Für die Familien und Angehörige wurde eine Notfallhotline eingerichtet. Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten – der britische Schauspieler Roger Moore lebte hier. Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Skiweltcups statt. Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Der nächst größere Ort ist Sion, nach Lausanne sind es gut 120 Kilometer. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf. Auf dem Landweg sind es von dort aus 180 Kilometer. Angesichts der Brandkatastrophe in Crans-Montana werden im Wallis Erinnerungen an den schweren Busunfall von 2012 wach. Damals krachte ein belgischer Reisebus bei Siders auf der Autobahn in eine Tunnelwand. 28 Menschen starben, darunter 22 Kinder, die auf dem Rückweg von einem Skilager im Val d’Anniviers in die flämischen Städten Lommel und Heverlee waren.Die Katastrophe erschütterte ganz Europa.  Der Sanitäter Günther Willisch war damals als einer der ersten im Tunnel. Zehn Jahre nach dem Unglück sagte er gegenüber der ZEIT: "Der Unfall war das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe." Die Unfallursache ist bis heute ungeklärt. Vermutet wird ein gesundheitliches Problem des Chauffeurs, der ebenfalls ums Leben kam, oder eine Unaufmerksamkeit. Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und dpa