Datum01.01.2026 11:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRZohran Mamdani ist der neue Bürgermeister von New York City und der erste muslimische Amtsinhaber dieser Position. Er wurde in einer alten U-Bahn-Station vereidigt und betonte seine Verbundenheit zur arbeitenden Bevölkerung. Mamdani, der für seine linksliberalen politischen Ansichten bekannt ist, plant Initiativen zur Bezahlbarkeit des Lebens, einschließlich kostenloser Kinderbetreuung und Mietstopp. Zudem wird erwartet, dass seine Beziehung zum republikanischen Präsidenten Donald Trump angespannt bleibt, nachdem Trump Mamdani im Wahlkampf kritisierte.
InhaltNew York hat einen neuen Bürgermeister: Der linke US-Demokrat Zohran Mamdani wurde kurz nach Silvester in einer alten U-Bahn-Station vereidigt und schwor dabei auf den Koran. Mit dem Beginn des neuen Jahres hat Zohran Mamdani das Amt des Bürgermeisters von New York City übernommen. Der linksliberale Demokrat wurde kurz nach Mitternacht (Ortszeit) im kleinen Kreis an dem historischen U-Bahnhof Old City Hall Station in Manhattan vereidigt. Den Amtseid nahm die Generalstaatsanwältin des Bundesstaats New York, Letitia James, ab. Mamdani legte dabei die Hand auf einen Koran. Er ist der erste muslimische Bürgermeister der größten Stadt der USA. "Das ist wahrlich eine Ehre und ein Privileg, wie es sie nur einmal im Leben gibt", sagte Mamdani in einer kurzen Ansprache. Die Wahl des Ortes soll nach Angaben seines Büros Mamdanis Verbundenheit mit der arbeitenden Bevölkerung unterstreichen. Die Haltestelle wurde 1945 stillgelegt und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. In seinen ersten Worten als Bürgermeister kündigte Mamdani zugleich die Ernennung eines neuen Verkehrsbeauftragten an. Am Nachmittag ist eine zweite, öffentliche Vereidigung auf den Stufen des New Yorker Rathauses geplant. Den Amtseid soll US-Senator Bernie Sanders abnehmen, ein politisches Vorbild Mamdanis. Zu den Rednern gehört auch die linke Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Anschließend ist ein öffentliches Straßenfest mit Zehntausenden Teilnehmenden rund um das Rathaus und entlang des berühmten Broadways vorgesehen. Der 34-jährige Mamdani beginnt damit seine vierjährige Amtszeit als jüngster Bürgermeister der Stadt seit 100 Jahren. Geboren 1991 in Uganda als Sohn indischstämmiger Eltern, zog er im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach New York, US-Staatsbürger wurde er erst 2018. Politisch engagierte er sich zunächst als Aktivist, bevor er 2021 für einen Wahlkreis im New Yorker Stadtteil Queens ins Parlament des Bundesstaats New York einzog. Dort profilierte er sich als Vertreter des linken Parteiflügels der Demokraten. Zentrales Thema seines überraschend deutlichen Wahlsiegs Anfang November war die Bezahlbarkeit des Lebens in einer der teuersten Städte der Welt. Mamdani versprach unter anderem kostenlose Kinderbetreuung, kostenlose Busse und einen Mietstopp für rund eine Million Haushalte – finanziert durch höhere Steuern für Wohlhabende und Unternehmen. Kritiker warnen vor möglichen wirtschaftlichen Folgen, Befürworter sehen in Mamdanis Kurs eine Antwort auf wachsende soziale Ungleichheit. Immer wieder dürfte sich daher der Blick auch auf das Verhältnis zum republikanischen US-Präsidenten Donald Trump richten. Trump hatte Mamdani im Wahlkampf mehrfach scharf attackiert und New York mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht – eine ernste Drohung für eine der größten kommunalen Verwaltungen und Arbeitgeber der USA mit Hunderttausenden Beschäftigten und einem Milliardenhaushalt. Mamdani wiederum hatte den Präsidenten wiederholt als Faschisten und Gefahr für die Demokratie bezeichnet.