Datum01.01.2026 09:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie CIA hat keine Hinweise auf einen ukrainischen Drohnenangriff auf Wladimir Putins Residenz gefunden, trotz Moskaus schwerer Vorwürfe. Laut US-Medien galt der umstrittene Angriff militärischen Zielen in der Region, jedoch nicht in unmittelbarer Nähe zu Putins Anwesen. Kiew weist die Vorwürfe zurück und sieht sie als russischen Vorwand für anhaltende Kriegshandlungen. Gleichzeitig nähern sich die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und den USA dem Abschluss, mit ukrainischem Präsidenten Selenskyj, der von einem nahezu fertigen Abkommen spricht.
InhaltKreml-Herrscher Wladimir Putin beschuldigt die Ukraine, eine seiner Residenzen mit Drohnen attackiert zu haben. Der US-Geheimdienst kommt nun laut Medienberichten zu einem klaren Urteil, es habe keinen solchen Angriff gegeben. Der US-Geheimdienst CIA kommt zum Urteil, dass die Ukraine weder den russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat. Das berichteten das "Wall Street Journal" sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau, wonach die Ukraine eine von Putins Residenzen mit 91 Drohnen attackiert haben soll. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Beamte, der umstrittene ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. Dies werde auch von einer Analyse der CIA belegt, hieß es. Die Sender PBS und CNN berichteten, Trump sei am Mittwoch von CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdienstes unterrichtet worden. Am selben Tag teilte der US-Präsident dann überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel des US-Bouldevardblatts "New York Post" auf seiner Plattform Truth Social. In dem Artikel mit dem Titel "Putins Attackengetöse zeigt, dass Russland es ist, das Frieden im Weg steht" (Putin 'attack’ bluster shows Russia is the one standing in the way of peace") kritisiert die Zeitung den russischen Präsidenten scharf und zweifelt die Behauptung an, die Ukraine habe Putins Residenz mit Drohnen angegriffen. Kiew hat vehement bestritten, eine Residenz Putins angegriffen zu haben. Die Ukraine sah in Moskaus Behauptung einen russischen Vorwand, den Krieg trotz laufender Verhandlungen weiter fortzusetzen. Russland präsentierte am Mittwoch erstmals mögliche Beweise für den Angriff, darunter Reste einer mutmaßlich ukrainischen Drohne. Der ukrainische Auslandsgeheimdienst sprach von gefälschten Karten und Attrappen. Viele Experten bezweifeln ebenfalls, dass der von Russland geschilderte Angriff so stattgefunden hat. Unterdessen nähern sich die Verhandlungen der Ukraine mit den USA offenbar dem Abschluss. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj jedenfalls sieht sich nur noch "zehn Prozent" von einem Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Russland entfernt. Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig. Zehn Prozent bleiben", sagte er in seiner Neujahrsansprache.