Datum01.01.2026 05:30
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Hamburg werden laut Deges die Autobahnbauprojekte weiterhin verzögert. Der Ausbau der A7 wird bis Ende 2029 dauern, während der Anschluss der A26 erst 2028 erfolgt. Bauverzögerungen resultieren aus schwierigem Baugrund und rechtlichen Problemen mit dem Planfeststellungsbeschluss für die Hafenpassage. Die Sanierung maroder Brücken sorgt für Verkehrsbehinderungen, während Fußgänger und Radfahrer ab Mitte 2026 den St.-Pauli-Elbtunnel wieder nutzen können. Staus und Einschränkungen sind bis auf weiteres zu erwarten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Straßenbau“. Lesen Sie jetzt „Auch 2026 keine A26 - Was sich im Hamburger Autobahnbau tut“. Seit Jahren behindern mehrere große Baustellen den Autoverkehr in Hamburg. Der 2014 begonnene Ausbau der A7 wird nach Angaben der Projektgesellschaft Deges bis Ende 2029 weitergehen. Südlich und nördlich des Elbtunnels wird die viel befahrene Autobahn auf acht Spuren erweitert. Andere dringende Bauprojekte wie der Neubau der Köhlbrandbrücke oder der Norderelbbrücke im Verlauf der A1 haben dagegen noch gar nicht begonnen. Bringt das neue Jahr grundsätzliche Verbesserungen für Autofahrer in Hamburg? Täglich fahren rund 120.000 Fahrzeuge durch die Baustelle an der A7 im Bereich Altona. Das ganze Jahr 2026 wird an dem Tunnel, der die Anwohner vor dem Lärm der künftig achtspurigen Autobahn schützen soll, weitergebaut. Erst im Frühjahr 2027 soll nach Angaben der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) der Verkehr durch die erste, westliche Tunnelröhre rollen. Das gesamte Projekt soll Ende 2029 fertig sein. Das neue Autobahnkreuz im Süden der Stadt soll die A7 mit der A26 verbinden. Es ist im Prinzip fertig gebaut, doch die A26-West aus Richtung Stade endet vorläufig weiter an der Stadtgrenze. Sie soll erst 2028 angeschlossen werden. Gründe für die Verzögerung seien der schwierige Baugrund auf Hamburger Gebiet und die Komplexität des Tunnels unter der Hafenbahn, erklärte eine Deges-Sprecherin. Für die von der Hafenwirtschaft ersehnte und von Umweltschützern bekämpfte Verbindung zwischen der A7 und der A1 werden auch im neuen Jahr keine Bagger anrollen. Den Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt der knapp zehn Kilometer langen "Hafenpassage" hatte das Bundesverwaltungsgericht im Oktober für teilweise rechtswidrig erklärt. Die Deges hofft, nach einer Nachbesserung einen neuen Planfeststellungsbeschluss mit Sofortvollzug zu erwirken, so dass 2027 mit dem Bau begonnen werden kann. Seit vergangenem März gelten erhebliche Verkehrseinschränkungen für die marode Autobahnbrücke. In Richtung Lübeck/Berlin fahrende Lastwagen dürfen nur noch die ganz rechte Spur nutzen, und zwar mit einem Mindestabstand von 50 Metern. Das führt zu beinahe täglichen Staus. Wegen der Dringlichkeit eines Neubaus hat die Deges kürzlich erste Bauarbeiten ausgeschrieben, obwohl ein Planfeststellungsbeschluss noch gar nicht vorliegt. Der Beschluss wird zum Frühjahr erwartet, im Herbst könnte dann der Bau beginnen, vorausgesetzt, der Bund stellt das Geld zur Verfügung. Bis zum Spätsommer werden Pendler aus dem Südosten Hamburgs Geduld brauchen. Zurzeit wird die Autobahn zwischen dem Dreieck Hamburg-Südost und der Anschlussstelle Neuallermöhe-West saniert. Wenn alles gut läuft, könnten Autofahrer ab Ende August wieder freie Fahrt in beide Richtungen - Hamburg-Centrum und Geesthacht - haben, kündigte eine Sprecherin der Autobahn GmbH an. Die Sanierung der innerstädtische Elbquerung sollte ursprünglich Ende Oktober 2025 abgeschlossen werden. Weil die Schäden größer als gedacht sind, verzögert sich der Abschluss der Bauarbeiten voraussichtlich bis November 2026. Immerhin geht der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer davon aus, dass die besonders Stau-trächtige Sanierung stadteinwärts schon Ende Januar beendet werden kann. Die Brücke ist Teil der B75 und verbindet die Innenstadt über die A255 mit der A1. Im Unterschied zu Autofahrern können Fußgänger und Radfahrer Licht am Ende des Tunnels sehen. Sie können sich auf das baldige Ende der jahrzehntelangen Sanierung des St.-Pauli-Elbtunnels freuen. Ab Mitte 2026 sollen wieder beide Röhren nutzbar sein, wie die Hafenbehörde HPA mitteilte. Zurzeit laufen noch letzte Arbeiten an der westlichen Röhre. Der denkmalgeschützte Tunnel wird nach Angaben des Senats jährlich von rund einer Million Fußgängern und 300.000 Radfahrern genutzt. © dpa-infocom, dpa:260101-930-485588/1