Südamerika: US-Militär versenkt weitere angebliche Drogenboote

Datum01.01.2026 03:28

Quellewww.zeit.de

TLDRDas US-Militär hat in Südamerika mutmaßliche Drogenboote versenkt, wobei mindestens drei Menschen starben. Diese Angriffe, die sich gegen drei Boote eines als Terrororganisation geltenden Konvois richteten, sind Teil einer umfassenden Kampagne gegen Drogenschmuggel im Pazifik und in der Karibik, die seit September fortgesetzt wird. Kritiker werfen den USA außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidriges Handeln vor. Präsident Trump bestätigte einen Angriff auf einen Drogenumschlagplatz in Venezuela, das die USA mit dem Drogenschmuggel in Verbindung bringen.

InhaltSeit Monaten nehmen die USA vermeintliche Drogenschmuggler im Pazifik und in der Karibik ins Visier. Bei einem neuen Angriff gab es mindestens drei Tote. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut mehrere mutmaßliche Drogenboote vor der Küste von Südamerika versenkt und Besatzungsmitglieder getötet. Die Angriffe hätten sich gegen drei Boote gerichtet, die als Konvoi unterwegs gewesen seien, teilte das sogenannte US-Südkommando auf der Plattform X mit. Drei Menschen seien beim Angriff auf das erste Boot getötet worden. Die übrigen Menschen an Bord seien ins Wasser gesprungen, bevor die US-Streitkräfte die beiden verbliebenen Boote versenkt hätten. Die US-Küstenwache sei verständigt worden, um nach möglichen Überlebenden zu suchen. Der Angriff fand den Angaben zufolge bereits am Dienstag statt. Zum genauen Ort machte das US-Militär keine Angaben. Die Boote seien auf einer bekannten Schmuggelroute unterwegs gewesen und hätten zu einer als Terrororganisation deklarierten Gruppe gehört, hieß es vom US-Südkommando. Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mindestens 110 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig. Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz.  US-Präsident Donald Trump bestätigte am Dienstag, dass das US-amerikanische Militär auch einen "Drogenumschlagplatz" in einem Hafengebiet von Venezuela angegriffen habe. Der Angriff galt demnach einem abgelegenen Dock, von dem die USA glaubten, dass es von der venezolanischen Bande Tren de Aragua genutzt wurde, um Drogen zu lagern und sie auf Boote zu verladen.  Die US-Regierung hatte die Gruppe Tren de Aragua im Februar als ausländische Terrororganisation eingestuft. Das Vorgehen der Trump-Regierung ist umstritten. Experten der Vereinten Nationen stufen die US-Angriffe als völkerrechtswidrig ein. Auch Abgeordnete im US-Kongress zweifeln die Rechtmäßigkeit an.