Datum14.10.2025 18:00
Quellewww.zeit.de
TLDRKulturstaatsminister Wolfram Weimer kritisiert anlässlich der Frankfurter Buchmesse das Vorgehen großer Tech-Konzerne im Bereich Künstliche Intelligenz. Er warnt, dass Kulturen zu Rohstofflieferanten degradiert und ohne Einwilligung der Urheber ausgenutzt werden, was er als digitalen Kolonialismus bezeichnet. Auch Karin Schmidt-Friderichs vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert eine Regulierung der KI, um zu verhindern, dass einige Milliardäre über Inhalte und Algorithmen entscheiden und damit demokratische Strukturen untergraben.
InhaltKulturstaatsminister Wolfram Weimer kritisiert zum Buchmessestart die Tech-Konzerne für ihr Vorgehen beim Thema KI. Kulturen würden "zu Rohstofflieferanten degradiert". Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die KI-Strategie großer Tech-Konzerne kritisiert. "Amerikanische und chinesische Tech-Giganten trainieren ihre KI-Systeme mit Milliarden von Werken, ohne die Einwilligung der Urheber einzuholen, geschweige denn, ihnen auch nur einen Cent zu zahlen", sagte Weimer laut vorab veröffentlichten Redeauszügen. "Völlig ungeniert" bedienten sich die Konzerne aus dem Fundus geistigen Eigentums rund um den Globus. So würden Kulturen weltweit zu "vermeintlichen Rohstofflieferanten degradiert und schamlos ausgebeutet". Das sei "digitaler Kolonialismus", der nicht länger hingenommen werden dürfe, sagte Weimer. Auch Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, übte deutliche Kritik an der fehlenden Regulierung der Künstlichen Intelligenz. Sie sprach von einer "virtuellen Welt, in der zunehmend einige Milliardäre darüber entscheiden, welche Algorithmen uns welche Inhalte ausspielen". Unter dem Deckmantel des Fortschritts hätten sich verantwortungslose Männer Machtpositionen gesichert, mit deren Hilfe sie "demokratische Gesellschaften sukzessive aushöhlten". Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.