Datum01.01.2026 01:08
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Berlin wurden am Silvesterabend über 100 Menschen wegen Verstößen gegen Sprengstoffvorschriften vorläufig festgenommen, während die Polizei Hunderttausende illegale Feuerwerksartikel beschlagnahmte. Trotz intensiver Böllerei in bestimmten Stadtteilen verlief der Abend im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt positiver. Neun Polizisten erlitten Verletzungen durch Knalltraumata. Die Berliner Polizei war mit 4.300 Beamten im Einsatz. Diskussionen über ein mögliches bundesweites Böllerverbot werden angesichts wiederholter Vorfälle und Verletzungen durch Pyrotechnik laut.
InhaltDie Berliner Polizei hat bei Razzien am Abend Hunderttausende Pyroartikel beschlagnahmt und Krawallmacher festgenommen. Bisher verlaufe die Silvesternacht aber positiv. Am Silvesterabend hat die Polizei in Berlin schon vor Mitternacht mehr als 100 Menschen wegen Missbrauchs von Feuerwerk vorläufig festgenommen. Es gehe in den meisten Fällen um Verstöße gegen Sprengstoffvorschriften, teilte die Polizei mit. Manche Menschen würden Raketen waagerecht durch die Gegend schießen und Böller auf andere werfen, sagte Polizeisprecher Florian Nath der Nachrichtenagentur dpa. Neun Polizisten seien leicht verletzt worden, die meisten davon durch Knalltraumata von Böllern, die nahe dem Kopf explodiert seien. Die Böllerei und das Geschehen auf den Straßen sei besonders in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding ziemlich heftig, sagte Nath. Der Alexanderplatz sei hingegen sehr ruhig, weil Feuerwerk dort verboten und der Bereich komplett abgesperrt sei. Gleiches gelte für Schöneberg, Neukölln und Kreuzberg. Insgesamt habe sich der Abend zunächst positiver und weniger problematisch entwickelt als in den vergangenen Jahren, sagte Nath. Die Berliner Polizei hat bis zum Silvesterabend 220.000 Stück illegale, falsch gelagerte oder unzulässig verkaufte Pyrotechnik beschlagnahmt, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Ein großer Teil davon gehöre zur Kategorie F4, die nur von Experten mit Ausbildung und Genehmigung verwendet werden dürfe und für Amateure sehr gefährlich sei. Laut Polizei seien unter anderem bei Durchsuchungen von Autos und einer Wohnung im Stadtgebiet Kugelbomben sichergestellt worden. Vergangenes Jahr hatte es in der Silvesternacht Ausschreitungen und schwerwiegende Vorfälle mit Kugelbomben gegeben. Die Berliner Polizei ist in dieser Silvesternacht mit einem Großaufgebot von 4.300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz, das sind 3.300 mehr als in normalen Nächten. Dazu kämen 1.600 Feuerwehrleute, sagte Innensenatorin Spranger. Auch im restlichen Teil Deutschlands überwacht die Polizei die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel. In der hessischen Stadt Marburg ist am Nachmittag ein Brand in einem Mehrfamilienhaus ausgebrochen. Dabei sei ein Mensch leicht verletzt worden. Laut Polizei bestehe der Verdacht, dass Feuerwerkskörpern den Brand ausgelöst haben könnten. Um ein mögliches Böllerverbot in Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen, nachdem es in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Böller-Angriffen auf Polizisten und Rettungskräfte gekommen war. Regelmäßig werden Menschen durch Pyrotechnik verletzt oder getötet. Die Niederlande haben ein solches Verbot bereits im Sommer beschlossen. In der italienischen Hauptstadt Rom kam indes trotz eines Böllerverbots in der Silvesternacht ein Mann bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers ums Leben, den er offenbar selbst gezündet hatte. Nach Angaben der Rettungskräfte erlitt der Mann schwerste Verletzungen an Gesicht, Oberkörper und einer Hand. In Rom gilt vom letzten Tag des Jahres bis zum 7. Januar ein Verbot für Feuerwerk und Silvesterböller.