Trauer um Ruth Wagner: Frühere hessische FDP-Chefin Ruth Wagner gestorben

Datum30.12.2025 10:10

Quellewww.zeit.de

TLDRDie ehemalige hessische FDP-Chefin Ruth Wagner ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Als Wissenschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin war sie eine bedeutende Figur in der hessischen Politik. Wagner begann ihre politische Karriere 1978 im Landtag, war Fraktionsvorsitzende und engagierte sich für die FDP in Regierungskoalitionen mit der CDU. Sie setzte sich für die Kunst- und Wissenschaftspolitik ein und war in verschiedenen ehrenamtlichen Positionen aktiv. Wagner wurde 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Trauer um Ruth Wagner“. Lesen Sie jetzt „Frühere hessische FDP-Chefin Ruth Wagner gestorben“. Die frühere hessische Wissenschaftsministerin und FDP-Landeschefin Ruth Wagner ist tot. Das bestätigte der FDP-Landesverband der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Hessenschau" berichtet. Die einstige stellvertretende Ministerpräsidentin von Hessen wurde 85 Jahre alt. In ihrer Karriere hatte sie etliche Posten inne. Für die FDP war sie Vizepräsidentin des Landtags, Fraktionsvorsitzende in Hessen, Mitglied im Bundesvorstand - und auch Stadtverordnete in Darmstadt. Als Wagner 1978 erstmals in den Landtag einzog, regierte dort noch eine sozialliberale Koalition unter SPD-Ministerpräsident Holger Börner. Später kamen für die hessischen Liberalen Jahre der Opposition. Als die FDP 1987 wieder unter ihrem damaligen Landesvorsitzenden Wolfgang Gerhardt in die Regierung einzog, tat sie das an der Seite der CDU. Als Stellvertreterin Gerhardts - und von 1995 bis 2005 als dessen Nachfolgerin - hat Wagner die Ausrichtung ihrer Partei auf ein bürgerliches Bündnis immer verteidigt. 1999 sicherte sie dem Christdemokraten Roland Koch (CDU) die Wahl zum Ministerpräsidenten - trotz dessen auch in der FDP umstrittenen Doppelpass-Kampagne. In Kochs Kabinett übernahm die gelernte Lehrerin und begabte Hobby-Malerin 1999 ihr Wunschressort Kunst und Wissenschaft. Zudem war sie - ebenfalls von 1999 bis 2003 - Stellvertreterin des Ministerpräsidenten. Sie stützte Koch - gegen das Drängen der liberalen Bundesspitze - während der Schwarzgeldaffäre. Doch 2003 schlug sie sein Angebot aus, bei absoluter CDU-Mehrheit in der Regierung zu bleiben. Jahrzehntelang war Wagner Mitglied der FDP. Fast 30 Jahre lang war die Politik ihr Beruf. Später engagierte sie sich in zahlreichen Vereinigungen ehrenamtlich. So war sie etwa Vorsitzende der Kommission zur Geschichte der Juden in Hessen, Vorsitzende des Kunstvereins Stadt Darmstadt und Kuratoriumsvorsitzende des Kulturfonds Rhein-Main. Geboren wurde sie 1940 in Wolfskehlen in Südhessen. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft, schließlich arbeitete sie als Lehrerin an einem Gymnasium in Darmstadt. Wagners Arbeit hat ihr auch zahlreiche Auszeichnungen eingebracht. 2006 erhielt sie das große Bundesverdienstkreuz, 2010 die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen. © dpa-infocom, dpa:251230-930-479470/1