Datum19.10.2025 02:59
Quellewww.zeit.de
TLDRAfghanistan und Pakistan haben sich erneut auf eine Waffenruhe geeinigt, vermittelt von Katar, nachdem eine vorherige Feuerpause nur zwei Tage hielt. Pakistan hatte Luftangriffe auf afghanisches Gebiet gestartet, die mindestens zehn Menschen töteten, als Reaktion auf mutmaßliche Verbindungen der Taliban zu militanten Anschlägen in Pakistan. Beide Länder streben nun einen dauerhaften Frieden an, während die Taliban Vergeltung für die Angriffe ankündigten. Die Spannungen zwischen den Nachbarn bestehen seit der Machtübernahme der Taliban 2021 fort.
InhaltLaut dem Vermittlerstaat Katar soll es zu einer "sofortigen Feuerpause" kommen. Eine zuvor beschlossene Waffenruhe hielt nur zwei Tage. Afghanistan und Pakistan haben sich nach Angaben des Vermittlerstaats Katar erneut auf eine Waffenruhe geeinigt. Beide Seiten hätten "einer sofortigen Feuerpause und der Einrichtung von Mechanismen zur Festigung von dauerhaftem Frieden und Stabilität zwischen den beiden Ländern zugestimmt", teilte das katarische Außenministerium mit. Pakistan hatte am Freitag mit Luftangriffen auf Ziele in Afghanistan eine nur zweitägige Waffenruhe zwischen beiden Ländern beendet. Vor der von Katar verkündeten Einigung hatte der Sprecher der in Afghanistan herrschenden radikalislamischen Taliban, Sabihullah Mudschahid, am Samstag im Onlinedienst X die Gespräche bestätigt. Zuvor hatte der afghanische Regierungschef Hassan Achund den malaysischen Regierungschef Anwar Ibrahim in einem Telefonat über den Beginn der Gespräche informiert. Auch der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif sprach mit Anwar, der als Vermittler zwischen Pakistan und Afghanistan zu agieren scheint. Bei dem pakistanischen Angriff auf afghanisches Gebiet waren am Freitag nach Angaben aus Kabul mindestens zehn Menschen getötet worden. Bombardiert wurden laut den Taliban drei Orte in der Provinz Paktika. Die Taliban kündigten Vergeltung an. In pakistanischen Sicherheitskreisen war von "präzisen Luftschlägen" die Rede, die sich gegen eine Taliban-Gruppe gerichtet hätten, der die Beteiligung an einem Anschlag in Pakistan vorgeworfen wird. Die nach pakistanischen Angaben angegriffene Hafis-Gul-Badahur-Gruppe ist mit den pakistanischen Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) verbunden. Der Regierung in Islamabad zufolge war die Gruppe an einem Selbstmordattentat in der nordpakistanischen Grenzregion Nordwasiristan beteiligt, bei dem sieben pakistanische Sicherheitskräfte getötet worden waren. Mit dem Angriff beendete Pakistan eine am Mittwochabend begonnene Feuerpause. Diese hatte tagelange militärische Auseinandersetzungen zwischen beiden Staaten mit Dutzenden Toten zunächst beendet. Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 hat es wiederholt Scharmützel zwischen Einheiten der beiden Nachbarländer gegeben. Pakistan wirft Afghanistan seit Langem vor, Milizen Schutz zu gewähren, die in Pakistan Anschläge verüben. Die Taliban-Regierung in Kabul bestreitet dies.