Datum23.12.2025 16:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRLaura Dahlmeier, eine erfolgreiche Biathletin, erlag am 28. Juli 2025 ihren Verletzungen nach einem Steinschlag am Laila Peak in Pakistan. Ihr Vater, Andreas Dahlmeier, schilderte den verzweifelten Versuch der Rettung und die große Betroffenheit in Deutschland. Trotz ihrer Bergführerausbildung war eine Rettung nicht möglich. Ihr Leichnam befindet sich nun unter Geröll am Berg, und Thomas Huber hat zu Ehren Dahlmeiers eine Gedenktafel angebracht. Der Laila Peak wird für sie zur letzten Ruhestätte.
InhaltDer Bergunfall von Laura Dahlmeier löste große Betroffenheit aus. Bei einem Treffen mit dem SPIEGEL schilderte Andreas Dahlmeier, wie dramatisch die Ereignisse am Laila Peak waren – und warum es keine Rettung für seine Tochter gab. In persönlichen Jahresrückblicken berichten SPIEGEL-Redakteurinnen und -Redakteure, welche Texte sie 2025 besonders beschäftigt haben. Der Laila Peak im Norden von Pakistan gehört zu den schönsten Bergen der Welt, seine Spitze ragt wie ein vereister Dorn weit in den Himmel. Laura Dahlmeier hatte immer davon geträumt, diesen 6096 Meter hohen Giganten im Karakorum-Gebirge einmal zu besteigen. Am 28. Juli wollte sich die ehemalige Weltklasse-Biathletin aus Garmisch-Partenkirchen ihren Wunsch erfüllen. Doch knapp unterhalb des Gipfels geriet Dahlmeier in einen Steinschlag, ein herabfallender Brocken traf die ausgebildete Bergführerin am Kopf und sie erlag ihren Verletzungen. Die Nachricht von der Tragödie am Laila Peak löste in Deutschland große Anteilnahme und Betroffenheit aus. Laura Dahlmeier, zweifache Goldmedaillengewinnerin bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang, war eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen. Anfangs hieß es noch, die beliebte Ex-Profisportlerin könne vielleicht gerettet werden. Der Profibergsteiger Thomas Huber aus Berchtesgaden, der zum Zeitpunkt des Unfalls auch in Pakistan auf Expedition war, machte sich mit drei Kameraden auf zum Laila Peak. Ein ganzes Land bangte mit Laura Dahlmeier Doch schnell wurde klar, dass sie den Steinschlag nicht überlebt hatte. Wochen nach dem Unglück am Laila Peak konnten zwei SPIEGEL-Redakteure mit Huber und dem Vater von Laura Dahlmeier sprechen. Andreas Dahlmeier, selbst Alpinist und ehrenamtlicher Einsatzleiter bei der Bergwacht, schilderte, wie er mit Freunden von Garmisch-Partenkirchen aus den – am Ende vergeblichen – Rettungseinsatz für seine Tochter koordiniert hatte. Dahlmeier erzählte bei dem Treffen in einer Kaffeerösterei von der Bergliebe seiner Tochter und dass er eines Tages an den Laila Peak reisen werde, um von ihr Abschied zu nehmen. "Wir hätten Laura gern nach Hause gebracht. Aber es war nicht möglich, sie zu holen", sagte Andreas Dahlmeier. Der Berg im Karakorum ist für Laura Dahlmeier zur letzten Ruhestätte geworden. Ihr Leichnam, berichtete Huber, liege inzwischen unter Geröll begraben in einer Gletscherspalte am Fuß der Gipfelwand. Huber hat in der Nähe auf einem großen Stein eine kleine Gedenktafel angebracht. Der Name der verunglückten Bergsteigerin wurde von ihm mit der Spitze eines Eispickels in die Plakette eingestanzt. "Es ist ein wunderschöner Ort, wo Laura jetzt ihre Ruhe findet", sagte Huber. Lesen Sie in der SPIEGEL-Titelstory die gesamte Rekonstruktion der Tragödie und wie Andreas Dahlmeier und Thomas Huber die entscheidenden Stunden erlebt haben.