Datum26.12.2025 03:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Hessen sind 2025 deutlich weniger Geldautomatensprengungen verzeichnet worden, nur sechs Taten im Vergleich zu 24 im Vorjahr. Die Täter erbeuteten lediglich in drei Fällen Geld, insgesamt mindestens 100.000 Euro Schaden entstanden. Häufig stammen die Kriminellen aus den Niederlanden und nutzen professionelle Techniken. Die hessische Polizei hat spezielle Ermittlungsgruppen zur Bekämpfung dieses Verbrechens eingerichtet, wodurch häufigere Festnahmen und Erfolgsabschlüsse erzielt werden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Deutlich weniger Geldautomatensprengungen in Hessen“. In Hessen sind 2025 im Vergleich zu den Vorjahren weit weniger Geldautomaten von Kriminellen gesprengt worden. Bis Mitte Dezember zählte das Hessische Landeskriminalamt sechs solcher Taten, nach 24 im gesamten Vorjahr. In lediglich 3 Fällen hätten die Täter Bargeld erbeutet, erklärte ein HLKA-Sprecher. "Dabei beläuft sich die erlangte Beute insgesamt auf mindestens 100.000 Euro, der Sachschaden auf über 217.000 Euro." Die Taten würden in der Regel professionell innerhalb weniger Minuten ausgeführt, Täter seien häufig Gruppierungen aus den Niederlanden. Häufig nutzten sie angemietete oder gestohlene, hochmotorisierte Fahrzeuge und setzten bei den Sprengungen überwiegend Festsprengstoff und nur noch in Einzelfällen Gas zum Aufsprengen der Automaten ein. Das Automatengehäuse werde meist aufgehebelt oder Blenden und Bedienungselemente abgesprengt. Abgesehen hätten sie es sowohl auf Geldautomaten im ländlichen als auch städtischen Bereich. Schwerpunktmäßig kämen die Täter zu Zeiten zwischen 1.00 und 5.00 Uhr morgens. Nach den Taten zeigten sie ein riskantes Fluchtverhalten, würden mit hohen Geschwindigkeiten davonfahren und hätten Sprengstoff im Fahrzeug dabei. Die Tatobjekte kundschaften die Täter häufig im Vorfeld aus. Dabei komme es auch zu gezielten Aktionen zur Verhinderung polizeilicher Maßnahmen, etwa in Form von Gegenobservationen, Ablenkungsmanövern. Um auch längere Flucht-Strecken zurücklegen zu können, hätten die Täter oft Benzinkanister in den Autos dabei. In Hessen gibt es seit 2019 eine eigens zur Bekämpfung von Geldautomatensprengungen eingerichtete Ermittlungsgruppe. Nachdem die Anzahl an Sprengungen in Hessen damals zunächst weiterhin angestiegen war, wurde zudem die Besondere Aufbauorganisation (BAO) effectus im Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) gegründet. Die bisher meisten Geldautomatensprengungen im Bundesland gab es 2023 mit 61 Taten. Das HLKA unterstütze die Präsidien, in denen die Sprengungen bearbeitet werden, vor allem über einen nationalen sowie internationalen Informationsaustausch und koordiniere die landesweite Auswertung und Analyse der Taten, hieß es. Durch Ermittlungen mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, den kommunalen Ordnungsbehörden, den Polizeien der Länder sowie der niederländischen Polizei könnten immer häufiger Tatzusammenhänge erkannt, Täter identifiziert und diese schließlich auch längere Zeit nach der Tat – auch in den Niederlanden – festgenommen werden, hieß es vom HLKA. © dpa-infocom, dpa:251226-930-466662/1