Vatikan: Papst Leo XIV. mahnt an Weihnachten mehr Menschlichkeit an

Datum25.12.2025 13:15

Quellewww.zeit.de

TLDRIn seiner ersten Weihnachtsansprache hat Papst Leo XIV. am ersten Weihnachtstag in Rom zum Frieden aufgerufen und die Sinnlosigkeit von Kriegen angeprangert. Er erinnerte an Opfer von Ungerechtigkeit, politischer Instabilität und Terrorismus, speziell in Konfliktgebieten wie der Ukraine, dem Sudan und dem Gazastreifen. Der Papst betonte die Notwendigkeit von Menschlichkeit und Mitgefühl, insbesondere für Arbeitslose und Unterbezahlte. Die Weihnachtsmesse wurde traditionell durch Leo wieder persönlich geleitet, was seit 1994 nicht mehr geschehen war.

InhaltIn seiner ersten Weihnachtsansprache hat Papst Leo XIV. die Sinnlosigkeit von Kriegen angeklagt. Beim Segen Urbi et Orbi belebte er einen Brauch seiner Vorgänger wieder. Angesichts der vielen Kriege und Konflikte in der Welt hat Papst Leo XIV. in seiner Weihnachtsbotschaft zum Frieden aufgerufen. "Bitten wir das Kind von Bethlehem um Frieden und Trost für die Opfer aller gegenwärtigen Kriege in der Welt, insbesondere der in Vergessenheit geratenen", sagte der Papst am ersten Weihnachtstag in Rom von der Loggia des Petersdoms aus. Der Papst erinnerte an alle, "die unter Ungerechtigkeit, politischer Instabilität, religiöser Verfolgung und Terrorismus leiden". Er denke dabei besonders an die Menschen im Sudan, im Südsudan, in Mali, Burkina Faso und in der Demokratischen Republik Kongo. Leo hob auch den Krieg in der Ukraine hervor. "Möge das Dröhnen der Waffen verstummen, und mögen die beteiligten Parteien, unterstützt durch das Engagement der internationalen Gemeinschaft, den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen", sagte Leo in seiner Weihnachtsbotschaft. Am ersten Weihnachtstag waren trotz Regens nach Angaben des Vatikans 26.000 Gläubige auf den Petersplatz gekommen. Nach seiner Ansprache wünschte der Papst in zehn Sprachen den Menschen und ihren Familien frohe Weihnachten, unter anderem auf Deutsch, Arabisch und Chinesisch. Dann erteilte er den traditionellen Papstsegen Urbi et Orbi ("der Stadt Rom und dem Erdkreis"). Für die katholische Kirche ist es das erste Weihnachtsfest mit ihrem neuen Oberhaupt. Dieser Segen ist eines der bekanntesten Rituale der katholischen Kirche. Er wird zu Weihnachten und zu Ostern gespendet. Allen, die die Worte des Papstes hören, sei es persönlich in Rom oder über moderne Kommunikationsmittel an jedem anderen Ort auf der Welt, wird nach der Kirchenlehre ein Ablass gewährt. Seit 1994 wurde der Festgottesdienst am Vormittag des ersten Weihnachtstags nicht mehr von einem Papst persönlich zelebriert. Papst Johannes Paul II. hatte diese Tradition aus gesundheitlichen Gründen eingestellt. Seitdem wurde die Weihnachtsmesse vom Erzpriester der Petersbasilika geleitet. Papst Leo hat diese Messe nun wieder in sein liturgisches Weihnachtsprogramm aufgenommen. Neben bewaffneten Konflikten sprach der Papst in seiner Weihnachtsbotschaft auch sozialpolitische Themen an. Jesus versetze sich in jeden, sagte Leo: "In diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben, und in die, die Arbeit suchen, wie so viele junge Menschen, die Schwierigkeiten haben, eine Anstellung zu finden." Der Papst schloss auch jene ein, die "ausgebeutet werden, wie die viel zu vielen unterbezahlten Arbeitnehmer", und Gefängnishäftlinge, die "oft unter menschenunwürdigen Bedingungen leben". Der Papst erinnerte an Menschen, die unter den Folgen von Kriegen leiden, und hob neben der Ukraine insbesondere den Nahen Osten hervor. Dort habe er bei seiner jüngsten Reise die Ängste der Menschen vernommen und kenne ihr Gefühl der Ohnmacht angesichts der Machtverhältnisse, unter denen sie litten, sagte er. Der Papst erwähnte auch explizit die Bewohner im Gazastreifen, die seit Wochen Regen, Wind und Kälte ausgesetzt seien, ebenso wie die Zelte vieler anderer Geflüchteter und Vertriebener auf allen Kontinenten. Dasselbe gelte für "die notdürftigen Unterschlüpfe Tausender Obdachloser in unseren Städten". Viele Menschen weltweit seien "ihrer Würde beraubt und zum Schweigen gebracht" worden, beklagte der Papst.