Datum24.12.2025 15:17
Quellewww.zeit.de
TLDRWegen steigender Kosten im Gesundheitssystem fordert Wirtschaftsweise Monika Schnitzer eine höhere Selbstbeteiligung von Kassenpatienten, unter anderem durch eine Praxisgebühr. Sie betont die Notwendigkeit, die Prävention zu stärken und schlägt vor, die Gebühren bürokratiearm von Krankenkassen einziehen zu lassen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen kritisiert jedoch die Forderung als Ablenkung von grundlegenden Problemen im System und hebt hervor, dass die Ausgaben um 23 Milliarden Euro auf 370 Milliarden Euro steigen werden.
InhaltWegen der steigenden Kosten für Gesetzliche Krankenkassen schlägt Wirtschaftsweise Schnitzer eine Praxisgebühr vor. Der Verband fordert hingegen eine Strukturreform. Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer plädiert angesichts steigender Kosten im Gesundheitssystem für mehr Selbstbeteiligung von Kassenpatienten. "Deutschland ist Weltmeister bei Arzt- und Klinikbesuchen", sagte sie der Rheinischen Post. "Wir müssen die Prävention stärken. Aber wir werden auch die Selbstbeteiligung erhöhen müssen." Als Beispiel nannte sie die Praxisgebühr für Arztbesuche. "Eine Praxisgebühr ist sinnvoll, wenn es gelingt, sie bürokratiearm einzuziehen", sagte Schnitzer. "Statt die Ärzte damit zu belasten, könnten die Krankenkassen sie einziehen." Ein Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) kritisierte, die Forderung nach der Wiedereinführung einer Praxisgebühr lenke von den "grundlegenden Problemen in unserem Gesundheitssystem ab". Die GKV-Ausgaben für höhere Honorare, für Kliniken, Medikamente und insgesamt mehr Leistungen würden im kommenden Jahr um rund 23 Milliarden Euro auf rund 370 Milliarden Euro steigen. "Gegen diese Ausgabendynamik hilft keine Praxisgebühr", sagte der Sprecher. Stattdessen brauche es "grundlegende Strukturreformen". Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.