Datum24.12.2025 09:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRJapan reaktiviert mit dem AKW Kashiwazaki-Kariwa erstmals nach der Fukushima-Katastrophe einen Atomreaktor. Tepco plant, den ersten Block am 20. Januar hochzufahren, nachdem das Regionalparlament zugestimmt hat. Tepco-Präsident Kobayakawa betont, dass man Lehren aus dem Unfall von 2011 anwendet und die Sicherheit priorisiert. Trotz der damaligen Katastrophe strebt die japanische Regierung an, den Anteil der Kernenergie am Energiemix zu verdoppeln.
InhaltIn Japan soll – erstmals nach der Katastrophe von Fukushima – das weltgrößte Atomkraftwerk wieder ans Netz gehen. Der Betreiber beteuert, man habe aus dem Unglück vor 15 Jahren gelernt. Der japanische Energiekonzern Tepco will erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima wieder einen Reaktor im weltgrößten Atomkraftwerk ans Netz nehmen. Der erste Block des AKW Kashiwazaki-Kariwa solle am 20. Januar wieder hochgefahren werden, teilte Tepco-Präsident Tomiaki Kobayakawa mit. Das Regionalparlament der Präfektur Niigata, in der die Anlage liegt, hatte in dieser Woche grünes Licht für den Schritt gegeben. Gerüchte über den Termin für die Wiederinbetriebnahme Ende Januar hatte Tepco zuvor nicht bestätigen wollen. "Als das für den Unfall von Fukushima Daiichi verantwortliche Unternehmen werden wir die gewonnenen Erkenntnisse und Lehren anwenden", sagte Kobayakawa jetzt. "Wir werden die Wiederinbetriebnahme, die erste seit 14 Jahren, fortsetzen und dabei die Sicherheit an oberste Stelle setzen." Nach einem Erdbeben und einem Tsunami im Jahr 2011 war es im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zur Kernschmelze gekommen. Der Vorfall gilt als die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl. Daraufhin wurden alle 54 Reaktoren in Japan abgeschaltet. Dennoch will die Regierung in Tokio den Anteil der Kernenergie am Energiemix verdoppeln. In Deutschland nahm die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel die Katastrophe zum Anlass, den Ausstieg aus der Kernenergie zu beschleunigen.