Gesellschaft: Krieg und Katastrophen: Mehr Menschen wollen zur Feuerwehr

Datum24.12.2025 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Deutschland haben Naturkatastrophen und der Ukraine-Krieg zu einem Anstieg der Mitgliederzahlen bei Feuerwehren geführt. Über eine Million Menschen sind freiwillig aktiv, was ein Umdenken signalisiert, so Karl-Heinz Banse, Präsident des Feuerwehrverbands. Freiwillige sind entscheidend, um flächendeckende Einsätze sicherzustellen. Eine Reduzierung könnte zu längeren Reaktionszeiten führen. Der Verband fordert eine Stärkung des Ehrenamts, einschließlich Vorschläge wie kostenlose Bahnfahrten für Feuerwehrleute und bevorzugte Vergabe von Wohnraum.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesellschaft“. Lesen Sie jetzt „Krieg und Katastrophen: Mehr Menschen wollen zur Feuerwehr“. Einsätze wegen Naturkatastrophen und der Krieg in der Ukraine haben den Feuerwehren in Deutschland nach eigenen Angaben mehr Mitglieder beschert. "Das hat den ein oder anderen wachgerüttelt, der sich sagt: Wir müssen wieder zusammenhalten und uns gegenseitig helfen", sagte der Präsident des Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse, der Deutschen Presse-Agentur. Bundesweit gab es demnach mehr als eine Million Einsatzkräfte bei freiwilligen Feuerwehren. Bei den Berufsfeuerwehren waren es mehr als 39.000. "Wir spüren plötzlich, dass viele Jugendliche und Erwachsene bei der Feuerwehr mitmachen wollen", sagte Banse. "Es gibt ein Umdenken." Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe dazu beigetragen, dass viele Menschen realisierten, nicht mehr in einer "Komfortgesellschaft" zu leben. Die Feuerwehren sind auf Freiwillige angewiesen. "Wenn es die Freiwilligen Feuerwehren nicht mehr gäbe, müssten überall hauptamtliche Feuerwehren eingerichtet werden, die würde es aber nicht mehr flächendeckend geben", sagte der Verbandschef. Aktuell gebe es in nahezu jedem Dorf eine Feuerwehr. Sie muss in einer bestimmten vorgeschriebenen Zeit an einem Einsatzort sein.  "Wenn ich nur noch hauptamtliche Kräfte hätte, dann wird es vielleicht in einem Landkreis nur noch zwei, drei Standorte geben", sagte Banse. "Dann dauert es eben keine zehn Minuten, dann dauert es 30 Minuten oder noch länger, bis Einsatzkräfte vor Ort ist." Dann sehe es für eine bei einem Unfall im Auto eingeklemmte Person oder Menschen in einem brennenden Haus nicht gut aus. Der Verband wirbt angesichts der Bedeutung von Freiwilligen bei Einsätzen für eine weitere Stärkung des Ehrenamts. Es habe bereits Verbesserungen gegeben, wie eine Aufwandsentschädigung, sagte Banse. "Man könnte zum Beispiel darüber nachdenken, Feuerwehrleute kostenlos Bahn fahren zu lassen, wenn sie in Uniform unterwegs sind." Einsatzkräfte könnten darüber hinaus bei der Vergabe von Grundstücken oder Wohnungen in der Nähe von Feuerwehrhäusern bevorzugt werden. © dpa-infocom, dpa:251224-930-463489/1