Datum23.12.2025 15:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas US-Justizministerium hat kürzlich tausende zusätzliche Dokumente zu Jeffrey Epstein veröffentlicht, einschließlich Videos und Gerichtsakten. Diese Veröffentlichung, die auch Überwachungsaufnahmen aus Epsteins Gefängniszelle umfasst, hat Kritik ausgelöst, da nur ein Teil der Dokumente zugänglich gemacht wurde. Die Demokraten im Senat werfen der Trump-Regierung Vertuschung vor und fordern rechtliche Schritte. Unter den veröffentlichten Materialien sind auch Dokumente, die angeblich falsche Behauptungen über Donald Trump enthalten, während die Regierung von einem Transparenzgesetz zur vollständigen Freigabe der Akten gefordert wird.
InhaltDas US-Justizministerium hat weitere Teile der Epstein-Akten zugänglich gemacht. Offenbar enthalten die Unterlagen auch Details über Donald Trump. Das Ministerium bezeichnete diese schon vorab als "unwahre Behauptungen." Das US-Justizministerium hat einen weiteren Datensatz der Akten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein online gestellt. Tausende zusätzliche Dokumente waren am Dienstag auf der Webseite des Ministeriums abrufbar, darunter Hunderte Video- und Audioaufnahmen sowie Gerichtsakten. Die neueste Veröffentlichung umfasst offenbar auch mehrere Überwachungsaufnahmen, die angeblich aus der Gefängniszelle stammen, in der Epstein im August 2019 tot aufgefunden wurde. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Freitag Tausende Fotos, Videos und Texte aus der Untersuchung zu Epstein veröffentlicht . Das Justizministerium gab trotz einer vom Kongress gesetzten Frist jedoch nur einen Teil der Dokumente frei, was scharfe Kritik aus dem US-Kongress und von Epstein-Opfern auslöste. Zahlreiche Dateien waren zudem vorab unleserlich gemacht worden, darunter ein komplett geschwärztes, 119-seitiges Dokument der New Yorker Justiz. Zudem hatte das Justizministerium einer SPIEGEL-Recherche zufolge einzelne Dateien zunächst veröffentlicht und dann wieder entfernt. Darunter befand sich mindestens eine Datei mit Aufnahmen, die US-Präsident Donald Trump zeigen. Das Bild ist mittlerweile wieder abrufbar. Der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, brachte am Montag einen Antrag ein, in dem er wegen der unvollständigen Aktenveröffentlichung rechtliche Schritte gegen die Trump-Regierung fordert. "Anstatt für Transparenz zu sorgen, hat die Trump-Regierung nur einen winzigen Bruchteil der Akten veröffentlicht", kritisierte Schumer. Dies sei eine "eklatante Vertuschung", der Senat habe daher die Pflicht, zu handeln. Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche begründete die Verzögerung damit, dass jeder Hinweis auf die Identitäten der über tausend Epstein-Opfer aus den Hunderttausenden von Dokumenten und Fotos, die sich im Besitz der Regierung befinden, entfernt werden müsste. Der Kongress hatte die Regierung mit einem Transparenzgesetz zur Freigabe nahezu aller Akten verpflichtet, mit Frist bis zum Freitag, 19. Dezember 2025. Der bis in höchste Kreise vernetzte Finanzberater Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid. Ihm wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und Frauen missbraucht und an Prominente vermittelt zu haben. Die oppositionellen Demokraten beschuldigen Trump, sich mit der verzögerten und gestückelten Aktenfreigabe selbst schützen zu wollen. Trump bestreitet engere Beziehungen zu Epstein, aber veröffentlichte Fotos und Dokumente legen das Gegenteil nahe. Ein persönliches Fehlverhalten konnte dem Präsidenten bislang nicht nachgewiesen werden. Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt und nannte die Epstein-Affäre einen "Schwindel". Das US-Justizministerium beklagt derweil Falschaussagen über US-Präsident Donald Trump in den Akten. "Einige dieser Dokumente enthalten unwahre und sensationshungrige Behauptungen über Präsident Trump, die kurz vor der Wahl 2020 beim FBI eingereicht wurden", erklärte das Ministerium auf X. "Wenn sie auch nur einen Funken Glaubwürdigkeit hätten, wären sie sicherlich bereits gegen Präsident Trump als Waffe eingesetzt worden." Welche Aussagen in den Dokumenten damit gemeint sein sollen, sagte das Ministerium nicht. Eine Chronologie des Falles Epstein lesen Sie hier.