Sinkender Schaumweinabsatz: Die Deutschen trinken weniger Sekt und Champagner

Datum23.12.2025 13:21

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Sektor für Schaumwein in Deutschland, insbesondere Sekt und Champagner, verzeichnet einen Rückgang. Im Jahr 2024 wurden nur 255,3 Millionen Liter verkauft, ein Rückgang von 19,5 Prozent seit 2014. Besonders unter jüngeren Menschen ist eine wachsende Enthaltsamkeit zu beobachten. Die Schaumweinsteuer, seit dem Kaiserreich eingeführt, generierte nur etwa 352 Millionen Euro im Jahresvergleich. Gleichzeitig leidet der Biermarkt unter sinkender Nachfrage und Überkapazitäten, mit einem Rückgang von 6,8 Prozent im ersten Halbjahr 2023.

InhaltAn Weihnachten stehen womöglich mehr alkoholfreie Spaßgetränke als Sektgläser auf deutschen Festtafeln. Der Prickel-Absatz geht zurück. Das hat auch Einfluss auf die Schaumweinsteuer. Die Deutschen rauchen weniger und trinken seltener Alkohol, insbesondere bei jüngeren Generationen ist der Trend zu sehen  . Die wachsende Enthaltsamkeit wird sich wohl auch auf den deutschen Weihnachtsfesten widerspiegeln. Einer neuen Statistik zufolge, ist nämlich Sekt zwar in keinem Land so beliebt wie Deutschland, kommt aber auch hier immer seltener ins Glas. 255,3 Millionen Liter Schaumwein wurden im Jahr 2024 in Deutschland abgesetzt, teilt das Statistische Bundesamt mit  . Das waren 19,5 Prozent weniger als 2014. Im Durchschnitt trank im vergangenen Jahr hierzulande jede Person ab 16 Jahren etwa 4,8 Flaschen Schaumwein à 0,75 Liter oder 36 Gläser à 0,1 Liter. Damit ging der Pro-Kopf-Konsum im Zehn-Jahres-Vergleich ebenfalls deutlich zurück: 2014 tranken die mindestens 16-Jährigen in Deutschland im Schnitt noch 6,1 Flaschen Schaumwein oder 46 Gläser. Die Statistik erfasst nur alkoholhaltige Schaumweine, weil der Staat auf diese immer noch die im Kaiserreich eingeführte Schaumweinsteuer erhebt. Ursprünglich zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte gedacht, machte sie im vergangenen Jahr mit einem Jahresaufkommen von rund 352 Millionen Euro nur noch 0,04 Prozent der gesamten Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden aus. Zum Vergleich: Aus der Biersteuer erlösten die Länder zuletzt 558 Millionen Euro. Bierbrauereien hatten bereits zu Jahresbeginn zu kämpfen. Sinkende Nachfrage, Überkapazitäten und Preiskämpfe setzten Deutschlands Brauer unter Druck. Der Absatzrückgang der Branche von 6,8 Prozent bei alkoholhaltigem Bier in den ersten fünf Monaten des Jahres hatte nach Ansicht der Brauerei Veltins historische Dimension. "Der Biermarkt schwächelt aktuell in einer Größenordnung, wie wir sie so seit der Wiedervereinigung nicht erlebt haben", sagte der Geschäftsführer Vertrieb bei Veltins, Rainer Emig, damals. Mehr dazu lesen Sie hier. Ein Bierchen, ein Begrüßungssekt, was ist schon dabei? Doch schon drei Drinks pro Woche gelten als riskant. Bestsellerautor Bas Kast erklärt die Studienlage im "Smarter leben"-Podcast von Lenne Kaffka. Den Podcast hören Sie hier.