Datum18.10.2025 11:22
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Portland protestieren immer mehr Menschen in aufblasbaren Kostümen gegen die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE. Ausgehend von einem Mann im Froschkostüm verteilt die Gruppe "Operation Inflation" kostenlos Kostüme an Demonstrierende. Diese kreative Form des Protests, die auch als Reaktion auf die aggressive Einwanderungspolitik der Regierung dient, zeigt sich in bunten Szenen vor ICE-Niederlassungen. Trotz der humorvollen Verkleidungen hat der Protest einen ernsten Hintergrund: Viele Menschen werden von ICE aufgegriffen und Familien auseinandergerissen.
InhaltEin Frosch startete den Trend: In Portland demonstrieren zunehmend mehr Menschen in aufblasbaren Kostümen gegen die Razzien der US-Einwanderungsbehörde. Freiwillige geben die Verkleidungen kostenlos aus. Seit Wochen protestieren Bürgerinnen und Bürger in Portland, Oregon, gegen die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE. Dabei setzte ein Mann in Froschkostüm einen Trend – inzwischen verkleiden sich immer mehr Demonstrierende. Die neu gegründete Gruppe "Operation Inflation" verteilt nun kostenlos aufblasbare Kostüme in der Stadt. Die Kostüme dürften mit nach Hause und wieder mit zu Protesten genommen werden, sagte eine Freiwillige namens Molly am Donnerstag der Lokalzeitung "The Oregonian". Sie hätten die Froschkostüme gesehen und sich gedacht: "Wir sollten ein paar davon kaufen", sagte Molly. Daraufhin hätten Menschen begonnen, zu spenden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Etwas mehr als 160 Kostüme hätten sie bisher gekauft, sagte Molly am Donnerstag, die Hälfte sei schon verteilt. Pro Tag kämen rund 20 Stück dazu. Inzwischen sammelt die Gruppe auf einer Webseite Spenden. Für ein Kostüm würden 35 Dollar benötigt, heißt es dort. In Videos in sozialen Medien sieht man Verkleidete, die maskierten und bewaffneten ICE-Mitarbeitern gegenüberstehen. Häufig tanzen die Protestierenden zu Musik vor der örtlichen ICE-Niederlassung. In Portland sind immer wieder Frösche mit einem Plakat zu sehen, auf dem "Frogs together strong" steht, also "Frösche zusammen stark". Der Satzbau stammt aus dem Film "Planet der Affen" und wird häufig online als Meme verwendet. Das Video der Lokalzeitung "The Oregonian" zeigt Menschen, die in Portland vor einem Kleiderständer mit Kuh- und Giraffenkostümen hantieren sowie Straßen-Szenen mit einem Pinguin, einer Biene, zwei Axolotl und einem tanzenden Godzilla. Frösche, Einhörner und Hühner seien besonders beliebt, sagt Molly im Video. Die Aktion zeige, "wie irrwitzig all das ist", so die Freiwillige. "Das sind keine gewaltvollen Protestierenden, das sind amerikanische Protestierende." Der bunte Protest hat einen sehr ernsten Hintergrund: Seit Wochen macht die US-Einwanderungsbehörde Jagd auf vermeintliche illegale Migrantinnen und Migranten. Menschen werden auf der Straße aufgegriffen oder am Arbeitsplatz, teils von Vermummten. Familien werden auseinandergerissen. Der Bezirk Los Angeles reagierte am Mittwoch mit einer Notstandserklärung, um Betroffenen mehr Hilfe und Schutz zu bieten. Lesen Sie hier mehr über die Situation vor Ort in Los Angeles. US-Präsident Donald Trump spricht von angeblich ausufernder Kriminalität und von Gewalt durch die angebliche Antifa in Großstädten. Er entsandte die Nationalgarde unter anderem nach Washington, Chicago und Memphis, was auch rechtlich höchst umstritten ist. Zuletzt hatte ein US-Berufungsgericht die Truppen in Chicago gestoppt. Hier lesen Sie mehr über den Fall. An diesem Samstag wollen erneut zahlreiche Menschen an landesweiten Protesten gegen die Politik von Präsident Trump teilnehmen.