Aufenthaltstitel für Ausländer: Korruptionsverdacht im Allgäu – Ermittlungen im Landratsamt

Datum23.12.2025 12:16

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Allgäu steht eine Mitarbeiterin des Landratsamtes in Mindelheim im Verdacht, zwischen 2021 und 2023 Aufenthaltstitel für Ausländer ohne rechtliche Prüfung ausgestellt und Gegenleistungen gefordert zu haben. Die Ermittlungen wurden durch Unregelmäßigkeiten bei einer internen Überprüfung angestoßen. Die Frau wurde festgenommen, ihr Arbeitsplatz und ihre Wohnung wurden durchsucht. Der Fall folgt auf ähnliche Korruptionsvorwürfe gegen zwei ehemalige Angestellte des Münchner Kreisverwaltungsreferats, deren Prozess im Januar entschieden wird.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Aufenthaltstitel für Ausländer“. Lesen Sie jetzt „Korruptionsverdacht im Allgäu – Ermittlungen im Landratsamt“. Auch im Allgäu sollen Ausländer Bescheinigungen durch Korruption erhalten haben. Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei mitteilten, richtet sich der Verdacht gegen eine Mitarbeiterin des Landratsamtes in Mindelheim. Wegen ähnlicher Vorwürfe läuft derzeit vor dem Landgericht München I ein Prozess gegen zwei ehemalige Beschäftigte der Landeshauptstadt. In Mindelheim sollen von 2021 bis 2023 Aufenthaltstitel ohne Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen ausgestellt worden sein. Nach Angaben der Ermittler stellte die Kreisbehörde Unregelmäßigkeiten bei einer hausinternen Überprüfung fest. Laut Polizei soll die Mitarbeiterin Gegenleistungen dafür gefordert haben, dass sie die Aufenthaltsgenehmigungen ausstellte. Der Arbeitsplatz und die Wohnung der beschuldigten Frau wurden durchsucht. Zudem wurde sie festgenommen und ein Haftbefehl erlassen, der allerdings zunächst außer Vollzug gesetzt wurde.  Gegen die Frau wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Falschbeurkundung ermittelt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für sie die Unschuldsvermutung. Zu Beginn des Prozesses in München hatten zwei ehemalige Mitarbeiter des Münchner Kreisverwaltungsreferats zugegeben, gegen Geld eine Vielzahl von Meldebescheinigungen für Migrantinnen und Migranten ausgestellt zu haben. Ein Urteil wird im Januar erwartet. © dpa-infocom, dpa:251223-930-460987/1