Datum22.12.2025 14:17
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen ehemaligen syrischen Gefängniswärter erhoben, der für Folter, Tötung und Freiheitsberaubung verantwortlich sein soll. Der Fall wird vor dem Oberlandesgericht Koblenz verhandelt. Der Beschuldigte, der im Mai in Pirmasens festgenommen wurde, arbeitete von 2011 bis 2012 in einem Geheimdienstgefängnis in Damaskus und war an über 100 Misshandlungen beteiligt, die zum Tod von mindestens 70 Gefangenen führten.
InhaltEin ehemaliger syrischer Gefängniswärter soll an der Misshandlung von Gefangenen beteiligt gewesen sein. Der Fall soll in Deutschland vor Gericht kommen. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen ehemaligen Wärter eines syrischen Geheimdienstgefängnisses erhoben. Der Mann sei "der Tötung, Folter und Freiheitsberaubung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinreichend verdächtig", teilte der Generalbundesanwalt mit. Er sei in diesem Zusammenhang auch des Mordes angeklagt. Am 10. Dezember sei die Anklage beim Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Koblenz eingereicht worden. Der Beschuldigte war im Mai in Pirmasens festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Von April 2011 bis 2012 soll der Mann in einem vom syrischen Geheimdienst betriebenen Gefängnis in der Hauptstadt Damaskus gearbeitet haben. Ermittlungen zufolge sei er an mehr als 100 Verhören beteiligt gewesen, bei denen Gefangene körperlich schwer misshandelt wurden. Infolge der Misshandlungen und katastrophalen Haftbedingungen seien mindestens 70 Gefangene gestorben.