Datum18.10.2025 08:22
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump bezeichnete seine angedrohten Strafzölle von 100 Prozent auf chinesische Waren als „nicht tragbar“ und äußerte sich kritisch über die handelspolitischen Spannungen mit China. Trotz der scharfen Rhetorik kündigte Trump ein Treffen mit Chinas Präsidenten Xi Jinping in Südkorea an, um den Handelskonflikt zu deeskalieren. Finanzminister Scott Bessent sprach von konstruktiven Gesprächen mit chinesischen Vertretern, während die WTO zur Entspannung auffordert. Die Lage bleibt jedoch angespannt, da beiden Seiten Vorwürfe machen.
InhaltNach der Eskalation im Handelsstreit scheinen sich die USA und China wieder etwas anzunähern. US-Präsident Trump bestätigt ein Treffen mit Xi Jinping, Vertreter beider Seiten sprachen miteinander. US-Präsident Donald Trump hat sich kritisch zu seinen angedrohten Strafzöllen von zusätzlichen 100 Prozent auf chinesische Waren geäußert. "Es ist nicht tragbar, aber das ist die Zahl", sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox Business Network. Peking habe ihn sozusagen "dazu gezwungen", solche Zölle anzukündigen. Trump hatte damit vor einer Woche auf eine deutliche Ausweitung der chinesischen Ausfuhrkontrollen für seltene Erden reagiert. China dominiert den Markt für diese Rohstoffe, die für die Herstellung bestimmter ziviler und militärischer Technologie-Produkte unerlässlich sind. Trump bestätigte zudem, dass er den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in zwei Wochen in Südkorea treffen werde. Ungeachtet der scharfen Rhetorik der vergangenen Tage scheint damit wieder Bewegung in den Handelskonflikt zu kommen. US-Finanzminister Scott Bessent sprach nach eigenen Angaben am Freitagabend in "offenen und detaillierten Gesprächen" mit seinem chinesischen Kollegen, Vize-Ministerpräsident He Lifeng. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Samstagmorgen, dass sich He Lifeng und Scott Bessent bei einem Videotelefonat ausgetauscht haben. Beide Seiten hätten "offen, tiefgehend und konstruktiv" über zentrale Themen der bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen gesprochen. Man habe sich darauf verständigt, so bald wie möglich eine neue Runde von Wirtschafts- und Handelskonsultationen abzuhalten, hieß es weiter. Lesen Sie hier mehr über die Eskalation des Handelsstreits wegen den seltenen Erden. Vor der Schalte hatte Bessent angekündigt, dass sich beide "voraussichtlich in einer Woche in Malaysia" treffen würden. "Wir hoffen, dass China den Respekt zeigt, den wir ihnen entgegengebracht haben", sagte Bessent weiter und zeigte sich zuversichtlich, dass Trump aufgrund seiner Beziehung zu Chinas Präsident Xi Jinping "die Dinge wieder in Ordnung bringen" könne. Er halte ein Handelsabkommen für möglich. Die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, rief die USA und China zur Deeskalation auf. Eine Entkopplung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt könne die globale Wirtschaftsleistung langfristig um sieben Prozent verringern, sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters. Trotz der anhaltenden Gespräche und des weiterhin geplanten Treffens zwischen Trump und Xi bleibt die Lage angespannt. Bessent warf China am Freitag vor dem Lenkungsausschuss des Internationalen Währungsfonds (IWF) staatlich gelenkte Wirtschaftspraktiken vor. Das chinesische Handelsministerium beschuldigte seinerseits die USA, das regelbasierte Handelssystem zu untergraben.