CDU-Vize Laumann und CSU-Generalsekretär Huber bestehen auf »Brandmauer« gegen AfD

Datum18.10.2025 08:13

Quellewww.spiegel.de

TLDRCDU-Vize Karl-Josef Laumann und CSU-Generalsekretär Martin Huber betonen die Notwendigkeit einer "Brandmauer" gegen die AfD und lehnen jede Zusammenarbeit entschieden ab. Laumann bezeichnet die AfD als "Nazi-Partei", deren Inhalte unvereinbar mit den Werten der Christdemokratie seien. Der Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützt diesen Kurs und sieht die AfD als Hauptgegner bei den bevorstehenden Landtagswahlen. Trotz interner Diskussionen bleibt die Union bis auf Weiteres bei ihrer strikten Ablehnung einer Kooperation mit der AfD.

InhaltEine Zusammenarbeit mit der AfD? Es wäre ein Tabubruch, doch manche in der Union haben zuletzt klargemacht: Sie wollen auf die Rechtsextremen zugehen. Dagegen gibt es nun immer heftigeren Widerstand. Wackelt die "Brandmauer" in der Union? Prominente Vertreter aus den Reihen von CDU und CSU wollen die AfD nicht mehr ausgrenzen. Die Äußerungen haben für heftige Gegenreaktionen in den Schwesterparteien gesorgt. Nach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plädieren nun weitere Spitzenpolitiker der Union für eine harte Ablehnung der AfD. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erteilten CDU-Vize Karl-Josef Laumann und CSU-Generalsekretär Martin Huber einer Öffnung der Union nach rechts eine Absage. Laumann, früherer Chef des Arbeitnehmerflügels innerhalb der CDU, bezeichnete die AfD als "Nazi-Partei". Ihre "Inhalte und Positionen" seien "unvereinbar (...) mit den Werten der Christdemokratie und damit auch der CDU". Huber sagte, für seine Partei sei "jede Kooperation mit der AfD ausgeschlossen". Huber fügte hinzu, "die AfD ist eine Gefahr für Deutschland". Die Partei sei "geprägt von Kreml-Knechten" und wolle "raus aus der Nato, raus aus der EU, raus aus dem Euro". Die "Entwicklungen in anderen europäischen Ländern" hätten "immer gezeigt: Wo Christdemokraten mit extrem rechten Parteien kooperiert haben, sind am Ende die Christdemokraten verschwunden". Die CSU werde daher weiterhin "auf allen Ebenen" auf eine Kooperation mit der AfD verzichten. Das Präsidium der CDU trifft sich am Sonntag, um über die Strategie gegenüber der AfD zu beraten. Im Vorfeld hatten sich sowohl der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber als auch der frühere Bundeswirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kritisch zum weiterhin strikten Nein der Union zu einer Zusammenarbeit mit der AfD geäußert. Bundeskanzler Merz sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", seine Partei werde weiter strikt am Unvereinbarkeitsbeschluss zur AfD festhalten und "noch viel deutlicher die Unterschiede" zwischen beiden Parteien herausstellen. "Die immer wieder von der AfD bemühte ›ausgestreckte Hand‹ will uns in Wahrheit vernichten, so sagt sie es ja selbst", sagte Merz. "Und deshalb ist die AfD in den nächsten Wahlauseinandersetzungen unser Hauptgegner." Vor Laumann, Huber und Merz hatten sich bereits weitere Unionsvertreter gegen eine Abkehr von der sogenannten Brandmauer gewehrt. Darunter war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Karin Prien. Im kommenden Jahr finden in Deutschland fünf Landtagswahlen statt. Nach aktuellen Umfragen könnte es die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit deutlichem Abstand auf Platz eins schaffen. In Baden-Württemberg könnte es nach jüngsten Erhebungen für Platz zwei vor den Grünen reichen. Gewählt wird auch in Rheinland-Pfalz und Berlin. Einen Gastbeitrag, warum die Brandmauer keine Probleme lösen soll, lesen Sie hier  .