Verkehr: Reisen zwischen Hamburg und Berlin haben abgenommen

Datum18.10.2025 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Zahl der Reisenden zwischen Hamburg und Berlin ist während der Generalsanierung der Bahnstrecke um ein Viertel auf etwa 6.800 pro Tag gesunken, während der Autoverkehr um drei Prozent auf rund 6.500 gestiegen ist. Die Mobilitätsverlagerung zeigte sich auch auf anderen Strecken, mit deutlich weniger Bahnreisenden und mehr Autofahrern. Die Sanierungsarbeiten, die seit August 2023 andauern und bis April 2026 abgeschlossen sein sollen, führen zu längeren Reisezeiten und weniger Zugverbindungen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verkehr“. Lesen Sie jetzt „Reisen zwischen Hamburg und Berlin haben abgenommen“. Reisen zwischen Hamburg und Berlin haben während der Generalsanierung der Bahnstrecke abgenommen. Das hat eine Auswertung anonymisierter Mobilfunkdaten des Anbieters O2 Telefónica ergeben. Die Zahl der Bahnreisenden auf der Strecke ging demnach zum Vergleichszeitraum vor der Sanierung um ein Viertel auf rund 6.800 am Tag zurück. Gezählt wurden außerdem im Schnitt etwa 6.500 Autofahrer und Mitfahrer, was einem leichten Plus von drei Prozent entspricht.  "Das deutet darauf hin, dass viele frühere Bahnreisende und -pendler aktuell weniger unterwegs sind", heißt es in einer Mitteilung von O2 Telefónica, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.  Die Auswertung zeigt, dass sich auf anderen Strecken der Verkehr von der Schiene auf die Straße verlagert hat: Beispielsweise waren zwischen Hamburg und Schwerin 46 Prozent mehr Menschen mit dem Auto und dem Bus unterwegs. Gleichzeitig registrierte das Unternehmen 56 Prozent weniger Bahnfahrer. Auf der Strecke fahren Züge über Bad Kleinen und Ersatzbusse.  Zwischen Hamburg und Rostock nahm die Zahl der Reisenden in Autos und Bussen um zwölf Prozent zu. Die Zahl der Bahnfahrer sank um annähernd ein Drittel. Auf der Strecke werden Fernverkehrszüge über Lübeck umgeleitet. Zwischen Berlin und Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) gab es 44 Prozent mehr Reisende auf der Straße, zwischen der Bundeshauptstadt und Wittenberge (Brandenburg) betrug das Plus 38 Prozent. Auf beiden Strecken entfallen Züge und Ersatzbusse verkehren.  "Die Mobilität verändert sich spürbar – und unsere Daten machen diese Veränderung erstmals sichtbar", sagte O2-Telefónica-Vorstandsmitglied, Alfons Lösing. Die Daten wurden vor und während der Sanierung über je zwei Monate erhoben. Die Softwarefirma Teralytics aus Zürich hat sie ausgewertet.  Die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin dauert seit August an und soll bis Ende April 2026 abgeschlossen werden. Der Fernverkehr zwischen den Millionenstädten wird über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Züge brauchen im Schnitt 45 Minuten länger als zuvor. ICE- und IC-Züge fahren zudem nur einmal in der Stunde statt wie bisher alle 30 Minuten. Auch der Güterverkehr wird weiträumig umgeleitet. Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder Züge fahren auf Teilstrecken. Betroffene Pendler können auf den Ersatzverkehr mit Bussen ausweichen. Im August hatte es einen Unfall eines solchen Busses auf der A24 in Schleswig-Holstein gegeben. Dabei waren fünf Passagiere leicht verletzt worden und der Fahrer schwer. © dpa-infocom, dpa:251018-930-176860/1