Datum20.12.2025 23:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Turin kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der Räumung des Sozialzentrums Askatasuna, das fast 30 Jahre besetzt war. Neun Polizisten wurden verletzt, während über 2000 Menschen gegen die Räumung protestierten. Die zunächst friedliche Demonstration eskalierte, als Teilnehmer Müllcontainer in Brand setzten und Steine warfen. Bürgermeister Stefano Lo Russo verurteilte die Gewalt, verteidigte jedoch den Versuch, das Gebäude als Gemeinschaftseigentum zu legalisieren. Die Räumung erfolgt im Rahmen einer Untersuchung zu gewalttätigen Protesten.
InhaltFast 30 Jahre lang hatten Linke in einem besetzten Haus ein Sozialzentrum betrieben, jetzt wurde es geräumt. Bei einer Demonstration dagegen kam es in Turin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, neun Polizisten wurden verletzt. Nach der Räumung des linken Zentrums Askatasuna in Turin kam es am Abend zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wie mehrere italienische Medien berichten, wurden neun Polizeibeamte verletzt. Die Zahl der Verletzten unter den Demonstrierenden ist unbekannt. Wie in Videos des Senders Rai News zu sehen ist, setzten die Demonstrierenden Müllcontainer in Brand und zündeten Feuerwerkskörper. Zudem warfen sie Ziegelsteine und Flaschen in Richtung der Beamten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Durch die Demonstration wurde das gesamte Stadtzentrum von Turin blockiert. Mehr als 2000 Menschen demonstrierten gegen die Räumung des Sozialzentrums Askatasuna, darunter Familien mit Kindern. Der Demozug startete friedlich. Als er sich jedoch dem ehemaligen besetzten Haus näherte, eskalierte die Gewalt. Die Räumung des linken Zentrums Askatasuna ist Teil einer Untersuchung zu Übergriffen und Sachbeschädigungen im Zusammenhang mit Pro-Palästina-Demonstrationen. Dazu zählt unter anderem die Verwüstung der Redaktion der Turiner Tageszeitung „La Stampa”. Die Aktivistinnen und Aktivisten von Askatasuna rechtfertigen die Mobilisierung als Verteidigung eines sozialen Raums und kündigen für die kommenden Wochen neue Initiativen und Demonstrationen an. Askatasuna besetzte das Gebäude in der Straße Corso Regina Margherita 47 am 15. Oktober 1996 und nutzte es bis zur Räumung im Dezember 2025 als Sitz des Sozialzentrums. Stefano Lo Russo, der Bürgermeister von Turin und Mitglied der Demokratischen Partei, verurteilt die Gewalt, verteidigt aber den Versuch, das Sozialzentrum als Gemeingut zu legalisieren. Er bezieht sich dabei auf den Prozess, das besetzte Gebäude in ein Gemeinschaftseigentum umzuwandeln. Dieser Prozess wurde durch eine formelle Vereinbarung mit der Stadt geregelt, anstatt das Gebäude als faktische Besetzung zu betrachten. Mit der Räumung wurde dieser Prozess jäh beendet.