Datum19.12.2025 15:26
Quellewww.zeit.de
TLDREin Pariser Gericht hat entschieden, dass der chinesische Onlinehändler Shein weiterhin in Frankreich verkaufen darf, nachdem der Staatsantrag auf eine dreimonatige Sperre wegen illegaler Waren abgelehnt wurde. Das Gericht rügte zwar den Verkauf illegaler Produkte, darunter kinderpornografische Sexpuppen und Waffen, als schädlich für die öffentliche Ordnung, sah jedoch die Sperrung als unangemessen an. Shein wehrt sich gegen Vorwürfe und steht weiterhin unter Ermittlungen. Zudem gibt es Klagen von Handelsverbänden wegen unlauterer Konkurrenz.
InhaltWegen Angebots illegaler Waren wollte der französische Staat den chinesischen E-Commerce-Riesen Shein für drei Monate sperren lassen. Nun scheitert er damit vor Gericht. Der chinesische Onlinehändler Shein darf sein Geschäft in Frankreich fortführen. Ein Pariser Gericht lehnte einen Antrag des französischen Staates auf eine dreimonatige Sperre der Plattform ab. Das Gericht sieht die Maßnahme als "unangemessen", da Shein die angeprangerten Angebote illegaler Waren entfernt habe. Die Richter rügten allerdings, dass der Verkauf illegaler Waren einen "schweren Schaden der öffentlichen Ordnung" verursacht habe. Zu den betreffenden illegalen Waren zählten etwa kinderpornografische Sexpuppen, Waffen und Medikamente. Shein hatte sich gegen die drohende Sperrung gewehrt. In einer Anhörung Anfang Dezember beklagte das Unternehmen eine politische und mediale Schmähkampagne. Weiterhin laufen noch Ermittlungen der französischen Justiz über den Verkauf kinderpornografischer Produkte durch Shein. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Unternehmen bis zu sieben Jahre Haft und eine Strafe in Höhe von 100.000 Euro. Fehlende Alterskontrollen und der Verkauf von Waffen könnten zudem je drei Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 75.000 Euro nach sich ziehen. Eine Gruppe französischer Handelsverbände und Marken verklagte Shein zudem wegen unlauterer Konkurrenz. Shein hatte Anfang November unter heftigen Protesten einen ersten dauerhaften Laden in einem Traditionskaufhaus gegenüber dem Pariser Rathaus eröffnet. Kritiker werfen Shein vor, den europäischen Markt mit Billigkleidung zu überschwemmen. Auch andere Online-Plattformen sind im Visier der französischen Justiz, teils wegen illegaler Produkte und mangelnder Altersprüfung.