Datum17.10.2025 20:07
Quellewww.zeit.de
TLDRJohn Bolton, ehemaliger Sicherheitsberater von Donald Trump, hat in einem Gericht in Maryland auf nicht schuldig plädiert, nachdem ihm vorgeworfen wurde, vertrauliche Informationen weitergegeben und geheime Dokumente unrechtmäßig aufbewahrt zu haben. Die Anklage umfasst 18 Punkte und bezieht sich auf seine Amtszeit sowie auf mögliche Comprimierung geheimer Informationen durch iranische Hacker. Bolton sieht die Ankläge als Teil eines Versuchs Trumps, Kritiker einzuschüchtern. Die nächste Anhörung ist für den 21. November angesetzt.
InhaltWeil er vertrauliche Informationen weitergegeben haben soll, wurde Anklage gegen Trumps ehemaligen Sicherheitsberater John Bolton erhoben. Er wies die Vorwürfe zurück. Der angeklagte Kritiker von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat auf nicht schuldig plädiert. Bolton erschien vor einem Gericht in Greenbelt im US-Bundesstaat Maryland nahe der Hauptstadt Washington, D. C. Der 76-Jährige beantwortete keine Reporterfragen, als er das Gerichtsgebäude betrat. Im Gericht erklärte er sich für nicht schuldig in den 18 Anklagepunkten, die am Vortag gegen ihn erhoben wurden. Eine Anhörung in dem Fall wurde für den 21. November angesetzt, Bolton ist auf freiem Fuß. Eine Geschworenenjury hatte Bolton am Donnerstag angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 76-Jährigen vor, während seiner Zeit als Trumps Nationaler Sicherheitsberater vertrauliche Informationen weitergegeben und streng geheime Dokumente unrechtmäßig in seinem Haus aufbewahrt zu haben. Außerdem soll er tagebuchähnliche Aufzeichnungen über seine Amtszeit mit zwei Familienangehörigen geteilt haben, die Behördenangaben zufolge als vertraulich eingestuft waren. Die Anklage legt zudem nahe, dass 2021 möglicherweise geheime Informationen kompromittiert wurden, als mutmaßlich iranische Hacker Boltons E-Mail-Konto knackten und auf sensible Inhalte zugriffen. Zwar habe ein Vertreter Boltons dem FBI gemeldet, dass dessen E-Mail gehackt worden sei, jedoch nicht angegeben, dass sich darin auch geheime Informationen befanden, hieß es in den Gerichtsunterlagen. Der 76-Jährige war über ein Jahr lang in Trumps erster Amtszeit Sicherheitsberater, bis er 2019 entlassen wurde und sich öffentlich gegen den Präsidenten stellte. 2020 veröffentlichte er das Buch Der Raum, in dem alles geschah. Bereits damals warf ihm die Trump-Regierung vor, geheime Informationen veröffentlicht zu haben – ein Vorwurf, den Bolton stets zurückwies. Bolton hat die aktuellen Vorwürfe ebenfalls zurückgewiesen und sie als Versuch Trumps bezeichnet, Kritiker einzuschüchtern. "Ich bin nun das neueste Ziel in dem Versuch, das Justizministerium als Waffe einzusetzen – gegen Menschen, die er als Feinde sieht", sagte Bolton nach Bekanntwerden der Anklage. Boltons Anwalt Abbe Lowell sagte, die Angelegenheit sei bereits vor Jahren untersucht und beigelegt worden. "Es geht hier um persönliche Tagebuchnotizen aus Boltons 45-jähriger Laufbahn, die nicht als geheim eingestuft und nur im engsten Familienkreis geteilt wurden." Es sei kein Verbrechen, Tagebücher zu führen. Justizministerin Pam Bondi hingegen sagte: "Jeder, der eine Machtposition missbraucht und unsere nationale Sicherheit gefährdet, wird zur Rechenschaft gezogen. Niemand steht über dem Gesetz."