Datum18.12.2025 20:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn der Jeffrey-Epstein-Affäre haben die US-Demokraten neue, bisher unveröffentlichte Fotos des verstorbenen Sexualstraftäters präsentiert. Zu sehen sind prominente Personen wie Bill Gates, Noam Chomsky und Steve Bannon. Die Bilder enthalten Hinweise auf die mögliche Vermittlung junger Frauen, darunter ein Screenshot eines Chatverlaufs mit Angeboten für "Mädchen". Ebenfalls dokumentiert werden Reisepässe und Ausweisdokumente. Vor Ablauf einer Frist zur Freigabe von Akten durch das US-Justizministerium steigen die Vorwürfe gegen Trump, die Affäre zu vertuschen.
InhaltChatverläufe, Tattoos und Bill Gates: Die Demokraten haben erneut Fotos aus dem Archiv des toten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Screenshots weisen auf die mögliche Vermittlung junger Frauen hin. Einen Tag vor Ablauf der Frist für das US-Justizministerium, alle Akten freizugeben, haben die US-Demokraten weitere Fotos aus dem Nachlass des gestorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Auf den neuen Bildern sind erneut zahlreiche prominente Personen zu sehen, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der eine junge Frau im Arm hält. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Gates war bereits auf früher veröffentlichten Bildern zu sehen. Auch ein Screenshot eines Chatverlaufs ist zu sehen, bei dem es darum geht, dass jemand "Mädchen" für 1000 Dollar anbietet. "Vielleicht ist jemand Gutes für J dabei?", fragt jemand in dem Chat. Zu einer 18-Jährigen gibt es eine Liste mit Größe, Gewicht und Herkunft: Russland. Auf einem weiteren Foto ist ein Schriftzug auf einem Frauenfuß zu sehen, der ein Zitat aus dem Roman "Lolita" des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov wiedergibt. Das Buch handelt vom sexuellen Missbrauch eines Mädchens durch ihren Stiefvater. Die nun neu veröffentlichten Fotos zeigten außerdem Reisepässe und Ausweisdokumente von Frauen aus verschiedenen Ländern. Unter den abgelichteten Prominenten befanden sich zudem auch der US-Gelehrte Noam Chomsky, Regisseur Woody Allen und der früherer Berater von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon. Trump selbst, der auf früher veröffentlichten Fotos im Umfeld Epsteins zu sehen war, erscheint auf den neuesten Bildern nicht. Nach Angaben der Demokraten umfasst der Nachlass, der im zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses geprüft wird, rund 95.000 Fotos. Kontext zu den Bildern liege dem Material nicht bei. Die Demokraten warfen Trump erneut vor, die Epstein-Affäre vertuschen zu wollen. Der US-Präsident hatte nach langem Druck im vergangenen Monat ein Gesetz des Kongresses unterschrieben, das vorsieht, dass das Justizministerium Ermittlungsakten zu dem Fall bis zum 19. Dezember freigeben muss. Der New Yorker Finanzier Epstein war über viele Jahre Teil der High Society und in einflussreichen Kreisen vernetzt. Der Multimillionär hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Auch er selbst soll Frauen und Mädchen etwa in New York und Florida missbraucht haben.