Verhütung: Deutsche Europaabgeordnete fordern Pille für den Mann

Datum17.10.2025 19:27

Quellewww.zeit.de

TLDRDie deutschen Europaabgeordneten Katarina Barley und Peter Liese fordern in einem Schreiben an die Europäische Arzneimittelagentur, die Zulassungsvorschriften für männliche Verhütungsmittel zu lockern. Sie betonen die Wichtigkeit einer "Pille für den Mann", um Gleichberechtigung in der Verhütung zu fördern und kritisieren, dass Nebenwirkungen bei männlichen Präparaten strenger bewertet werden als bei weiblichen. Die EMA bekräftigt, dass sie Offenheit für die Entwicklung neuer männlicher Verhütungsmittel zeigt und bislang keine Vorschriften existieren, die deren Entwicklung behindern.

InhaltDie Abgeordneten Katarina Barley und Peter Liese dringen auf neue Leitlinien bei Verhütungsmitteln für Männer. Dazu schrieben sie an die Europäischen Arzneimittelagentur. Die deutschen Europaabgeordneten Peter Liese (CDU) und Katarina Barley (SPD) haben lockerere Zulassungsvorschriften bei Verhütungsmitteln für Männer gefordert. Eine "Pille für den Mann" könne viele Probleme lösen, sagten die Politiker. Unter der Pille für den Mann werden verschiedene Mittel verstanden, deren Ziel es ist, die Spermienbildung stark zu senken.  In einem Brief an die Chefin der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), Emer Cooke, forderten die Europaabgeordneten die Agentur auf, in dieser Frage aktiv zu werden. Liese, der auch Arzt ist, und Barley, die Vizepräsidentin des Europaparlaments, forderten neue Leitlinien auf Grundlage von Gleichberechtigung, um die Zulassung neuartiger Verhütungsmittel für Männer zu unterstützen. Liese kritisierte, dass Zulassungsbehörden bei Präparaten für Männer deutlich stärker auf Nebenwirkungen als bei Mitteln für Frauen achteten. In der Vergangenheit waren Studien abgebrochen worden, weil Männer über zu starke Nebenwirkungen geklagt hatten, darunter Stimmungsschwankungen und Depressionen. Die EMA teilte auf Anfrage mit, man unterstütze Entwickler bei der Förderung neuer Therapien, darunter auch Verhütungsmittel für Männer. Die aktuellen Vorschriften enthielten keine Bestimmungen, die die Entwicklung von Verhütungsmitteln für Männer behindern würden. In den vergangenen 20 Jahren hätten sich alle Anträge auf wissenschaftliche Beratung durch die EMA ausschließlich auf die Entwicklung von Verhütungsmitteln für Frauen konzentriert. "Wir möchten jedoch betonen, dass unsere Türen offen bleiben", teilte die EMA mit. Man unterstütze Entwickler gerne bei regulatorischen Fragen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.