Datum19.12.2025 08:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie US-Richterin Hannah Dugan wurde wegen Behinderung der Justiz schuldig gesprochen, weil sie einem mexikanischen Einwanderer zur Flucht verholfen haben soll, während dieser wegen häuslicher Gewalt angeklagt war. Der Vorfall ereignete sich im April, als Dugan sich den Bundesbehörden widersetzte und den Angeklagten durch einen Seiteneingang entließ. Ihr drohen bis zu fünf Jahre Haft. Der Fall beleuchtet die strikte Migrationspolitik unter Donald Trump und führt zu Vorwürfen politischer Motivation seitens der Staatsanwaltschaft.
InhaltHannah Dugan ist wegen Behinderung der Justiz schuldig gesprochen worden. Der Vorwurf: Die US-Richterin habe sich der Einwanderungsbehörde ICE entgegengestellt und einem Migranten zur Flucht verholfen. Sechs Stunden dauerten die Beratungen, dann spricht ein US-Gericht Hannah Dugan wegen Behinderung der Justiz schuldig. Der Bezirksrichterin aus dem US-Bundesstaat Wisconsin wurde vorgeworfen, einem mexikanischen Einwanderer bei der Flucht vor den Bundesbehörden geholfen zu haben. Das Strafmaß wurde noch nicht verkündet. Der Juristin drohen bis zu fünf Jahre Haft. Der Fall gilt als umstritten. Hintergrund ist ein Vorfall vom April dieses Jahres . Laut der Anklage hat Dugan im April eine Verhandlung im Bezirksgericht Milwaukee geleitet. Vor ihr saß demnach ein mexikanischer Staatsbürger, angeklagt wegen häuslicher Gewalt, als FBI-Agenten, Drogenfahnder und Beamte der Einwanderungsbehörde das Gerichtsgebäude betraten. Sie suchten nach dem Angeklagten, der sich illegal in den USA aufgehalten haben soll. Dugan konfrontierte die Bundesagenten demnach, fragte nach einem richterlichen Haftbefehl. Die Beamten hatten bloß ein von der Einwanderungsbehörde ICE ausgestelltes Dokument dabei. Dieses verleiht den Beamten weniger Befugnisse. Sie können sich etwa keinen Zugang zu Wohnungen verschaffen, um Personen festzunehmen. Die Juristin soll die Beamten an den Obersten Bezirksrichter verwiesen haben und in den Saal zurückgekehrt sein. Dort habe sie den Angeklagten und seinen Anwalt durch eine Seitentür in einen nicht öffentlichen Bereich geleitet. Der Angeklagte versuchte demnach, das Gebäude unbemerkt zu verlassen. Die Beamten hätten ihn erst auf der Straße gefasst, nach einer kurzen Verfolgung zu Fuß. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die restriktive Migrationspolitik von Donald Trump. Der US-Präsident hat es sich zur Aufgabe gemacht, irreguläre Einwanderer um jeden Preis aus dem Land werfen. US-Demokraten werfen der Regierung vor, an Dugan ein Exempel statuieren zu wollen und den Widerstand der Justiz zu schwächen. Staatsanwalt Brad Schimel wies den Vorwurf zurück, dass es sich um einen politisch motivierten Fall handele. Der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche lobte das Urteil zu X und sagte, dass niemand über dem Gesetz stehe, auch Richter nicht. Nach der Verhandlung verließen Dugan und ihre Anwälte das Gerichtsgebäude. Bisher hat sich die Richterin nicht zu dem Schuldspruch geäußert.