Datum17.10.2025 17:53
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Berliner Polizei hat das Kommissariat für Personenschutz aufgelöst, nachdem Korruptionsverdachtsfälle bekannt wurden, die mutmaßlich die Personenschützer des Rappers Bushido betreffen. Interne und externe Hinweise deuteten auf eine problematische Verflechtung zwischen beruflichen und privaten Aktivitäten hin. Zwei Beamte, darunter der Kommissariatsleiter, werden disziplinarisch und strafrechtlich verfolgt. Die Polizei plant, ihre Kontrollen zu verstärken und verlangt mehr Transparenz von Führungskräften. Der Verdacht wurde durch ein Instagram-Video ausgelöst, das die unerlaubten Nebenjobs offenbar dokumentierte.
InhaltEin mutmaßlicher Korruptionsskandal um Personenschützer des Rappers Bushido weitet sich aus. Die Berliner Polizei reagiert mit einem drastischen Schritt. Die Berliner Polizei hat ihr Kommissariat für Personenschutz aufgelöst, nachdem bekannt geworden war, dass mehrere Beamte privat für den Rapper Bushido gearbeitet haben sollen. Interne Prüfungen und externe Hinweise hätten "belastbare Anhaltspunkte für eine korruptionsverdächtige Entwicklung" im Personenschutzkommissariat LKA 61 ergeben, teilte die Behörde am Freitag mit. Der Arbeitsalltag der mutmaßlich betroffenen Personenschützer sei regelmäßig von den privaten und beruflichen Terminen und Lebenssituationen Bushidos bestimmt worden, sagte ein Polizeisprecher dem SPIEGEL. Die Beamten hätten womöglich auch dienstliche Mittel missbraucht. Der Leiter des Kommissariats werde von seinen Aufgaben entbunden, alle Beamtinnen und Beamten würden versetzt, um Einflussnahmen und Verflechtungen auszuschließen. Parallel liefen disziplinarische und strafrechtliche Verfahren. Ermittelt werde gegen zwei Personenschützer, darunter befinde sich der bisherige Leiter des Kommissariats. Grundsätzlich gilt die Unschuldsvermutung. "Korruption, private Einflussnahme und illoyales Verhalten werden nicht geduldet, sondern konsequent verfolgt. Integrität und Gesetzestreue sind unverzichtbare Voraussetzungen für den Einsatz in sicherheitskritischen Bereichen", hieß es. Laut Mitteilung will die Polizei ihre Kontrollen verschärfen und Vorschriften überprüfen. Von den Führungskräften verlange man mehr Transparenz. "Nur wer korruptionsimmun und pflichtbewusst handelt, schützt das Vertrauen, das unsere Arbeit trägt. Die eingeleiteten Maßnahmen sind notwendig, um dieses Vertrauen dauerhaft zu sichern." Die Nachbesetzung des Kommissariats erfolge zeitnah durch die zuständige Abteilungsleitung, sagte der Sprecher. Bekannt wurde der Verdacht auf die offenbar unerlaubten Nebenjobs durch ein Instagram-Video , das RTL im September veröffentlichte. Darin ist Moderatorin Frauke Ludowig zu sehen, die mit Bushido und dessen Ehefrau in einem Imbiss spricht. In einer kurzen Szene sind vor dem Lokal zwei Männer zu erkennen, die offenbar als Personenschützer warten – wie sich später herausstellte, wohl privat engagiert. A post shared by Frauke Ludowig (@fraukeludowig_official) Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Laut "Bild"-Zeitung wollen LKA-Beamte ihre Kollegen in dem Video wiedererkannt haben, obwohl Bushido längst nicht mehr unter Polizeischutz stand.