Baubranche: Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen erneut gestiegen

Datum18.12.2025 09:38

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Oktober wurden in Deutschland 19.900 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Über das Jahr hinweg gab es ebenfalls ein Plus von 11,2 Prozent. Besonders Einfamilienhäuser verzeichneten ein starkes Wachstum. Trotz positiver Zahlen bleibt die Stimmung in der Bauindustrie angespannt, da ein erheblicher Auftragsmangel und Stornierungen zunehmen. Die Ampelregierung hat Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren eingeführt, um den Wohnungsbau zu fördern, jedoch ohne Verpflichtungen für bezahlbare Mieten.

InhaltIm Oktober wurden deutlich mehr Wohnungen genehmigt als vor einem Jahr. Auch für das Gesamtjahr ist der Trend positiv – doch die Stimmung in der Branche bleibt schlecht. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist im Oktober erneut gestiegen. Mit 19.900 wurden 6,8 Prozent mehr Genehmigungen erteilt als im Oktober des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auch im Gesamtjahr 2025 zeichnet sich ein deutliches Wachstum ab: Von Januar bis Oktober genehmigten die Behörden demnach bisher den Bau von 195.400 Wohnungen. Das entspricht einem Plus von 11,2 Prozent oder 19.600 Wohnungen im Vergleich zu den ersten zehn Monaten 2024. Besonders stark stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser. Sie legte von Januar bis Oktober um 16,6 Prozent auf 37.000 zu. Bei Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Behörden 104.100 Neubauwohnungen und damit 13,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Lediglich bei Zweifamilienhäusern gab es einen leichten Rückgang um 1,1 Prozent auf 10.600 Genehmigungen. Das Münchner ifo Institut beschäftigt sich seit 1949 mit der Analyse von Wirtschaftspolitik. Etwa zwei Drittel seines Etats stammen aus öffentlichen Zuwendungen. Der Rest stammt aus anderen Quellen, etwa aus der Politikberatung. Das Institut, zu dessen bekanntesten Publikationen der monatliche Geschäftsklimaindex gehört, ist als eingetragener Verein organisiert und wird seit 2016 von dem Ökonomen Clemens Fuest geleitet. Allerdings reicht das Wachstum vielen Experten zufolge nicht aus, um für eine echte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen. So bleibt die Stimmung in der Branche trotz der positiven Zahlen gedrückt: Das Geschäftsklima in den deutschen Wohnungsbauunternehmen hellte sich im November nur leicht auf, die entsprechende Kennzahl des Ifo-Instituts stieg von minus 22,8 auf minus 21,0 Punkte.  "Die Unternehmen im Wohnungsbau sind aktuell zwar weniger pessimistisch", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die Zukunftsaussichten bleiben jedoch unverändert schwach." Die Wohnungsbaufirmen leiden weiterhin unter erheblichem Auftragsmangel. Der Anteil der Unternehmen, die über zu wenig Aufträge klagen, stieg von 44,4 auf 47,0 Prozent. Hinzu kommen vermehrt Stornierungen: Der Anteil der Baufirmen, die davon berichteten, stieg von 8 auf 11 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2024. "Selbst bereits geplante Projekte werden öfter verworfen", stellte das Ifo-Institut fest. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Die Ampelregierung hatte ihr Ziel von jährlich 400.000 neuen Wohnungen klar verfehlt. Um den schleppenden Wohnungsbau voranzubringen, verabschiedete die amtierende schwarz-rote Koalition Anfang Oktober einen sogenannten Bau-Turbo, der bei den Kommunen ansetzen soll: Genehmigungsverfahren sollen für Neubauten, Nachverdichtungen sowie Aufstockungen beschleunigt werden. Mehrere Änderungen im Baugesetzbuch erlauben es Gemeinden, von Bebauungsplänen abzuweichen. Die befristete Regelung gilt zunächst bis Ende 2030. Eine Bauverpflichtung oder Auflagen für bezahlbare Mieten sind dabei nicht vorgesehen.