Datum17.12.2025 15:41
Quellewww.zeit.de
TLDRKleinmachnow hat ein Online-Meldesystem für Wildschweine eingeführt, um Sichtungen der Tiere im Gemeindegebiet zu dokumentieren. Bürger können Wildschwein-Begegnungen einfach per Smartphone melden, inklusive Standort, Zeit, Verhalten und Fotos. Dies soll helfen, die Wildschweinpopulation zu überwachen und gezielte Maßnahmen wie Zaunbau und Müllsicherung zu verbessern. Bürgermeister Bodo Krause betont die Notwendigkeit verlässlicher Daten für effektive Vergrämungsstrategien. Das System ist nun für alle Bürger in Kleinmachnow sowie angrenzenden Gebieten zugänglich.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Umgang mit Wildschwein“. Lesen Sie jetzt „Kleinmachnow startet Meldesystem für Wildschweine“. Seit langem schon ärgern gefräßige Wildschweine die Menschen in Kleinmachnow südwestlich von Berlin: Jetzt können alle Bürger über eine Online-Plattform der Gemeinde ihre Wildschwein-Sichtungen melden - auch direkt vom Handy aus. Das teilte die Verwaltung am Nachmittag mit. Bilder und Videos von plündernden Wildschweinen in Wohngebieten hatten zuvor immer wieder in sozialen Medien die Runde gemacht. Zudem kam Kleinmachnow in die Schlagzeilen, weil die Polizei im Sommer 2023 einer Löwin hinterherjagte, die sich dann als Wildschwein herausstellte. Die Daten zu den Wildschwein-Sichtungen sollen nun professioneller dokumentiert werden. Damit sollen Erkenntnisse gewonnen werden, ob Zäune und die Sicherung von Mülltonnen gegen Wildschwein-Schäden helfen. "Zudem erlaubt sie der Verwaltung ein schnelleres Eingreifen bei Gefahrenlagen oder illegalen Fütterungsstellen", hieß es. Ziel ist es, die Zahl der Wildschweine auch durch die Jagd zu verringern. "Nur durch kontinuierliche Rückmeldungen lässt sich nachvollziehen, wo Vergrämungsmaßnahmen wirken und wo weiterer Handlungsbedarf besteht", so Bürgermeister Bodo Krause (CDU). "Wir brauchen verlässliche Daten, um zu verstehen, wie sich die Population entwickelt und ob unsere Maßnahmen wirken", erklärte auch die Initiatorin des Projekts, Barbara Schlesinger. Vor der Einrichtung des digitalen Meldesystems hatte die Gemeindevertreterin etwa über Whatsapp und Facebook Wildschwein-Meldungen aus der Bevölkerung gesammelt. Fast 1.500 Datensätze wurden seit Anfang 2024 händisch erfasst und ausgewertet, wie die Gemeinde mitteilte. Die Daten lieferten Verwaltung und Jagdpächtern ein Bild der Situation. Das digitale Meldeformular erfasst Informationen wie Ort und Zeit der Wildschwein-Sichtung, die Zahl der Tiere, ihr Verhalten sowie mögliche Futterstellen. Es können Fotos und Beschreibungen hinterlassen werden. "In wenigen Minuten lässt sich eine Meldung direkt vom Smartphone aus abgeben", so die Gemeinde. Das digitale System wurde zunächst in einem kleinen Kreis von Bürgern getestet. Jetzt können es alle Bewohner in Kleinmachnow sowie den Nachbarorten Stahnsdorf und Teltow sowie im angrenzenden Berlin nutzen. © dpa-infocom, dpa:251217-930-436597/1