André Schulz: Früherer Chef von Polizeigewerkschaft wegen Betrugs verurteilt

Datum17.10.2025 15:32

Quellewww.zeit.de

TLDRAndré Schulz, der ehemalige Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Bund Deutscher Kriminalbeamter, wurde vom Landgericht Hamburg wegen schweren Betrugs zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er erhielt unrechtmäßig Gehalt für eine Teilzeitstelle beim Hamburger Landeskriminalamt, ohne tatsächlich dort zu arbeiten. Schulz muss außerdem rund 75.000 Euro zurückzahlen. Das Gericht stellte fest, dass er nie die Absicht hatte, die Teilzeitarbeit auszuführen, sondern die Zeit für seine Gewerkschaftsarbeit und sein Studium nutzte.

InhaltÜber Jahre bekleidete André Schulz eine Teilzeitstelle bei Hamburgs LKA nur auf dem Papier. Dafür ist der frühere Polizeigewerkschafter nun schuldig gesprochen worden. Der ehemalige Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, ist vom Landgericht Hamburg wegen schweren Betrugs zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Davon gelten vier Monate wegen Verfahrensverzögerung bereits als vollstreckt. Zudem muss Schulz rund 75.000 Euro für nicht geleistete Arbeit zurückzahlen. Laut einer Gerichtssprecherin sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Beschuldigte während seiner Amtszeit als Chef des BDK rund drei Jahre lang zu Unrecht Gehalt für eine Teilzeitstelle beim Hamburger Landeskriminalamt bezogen hat. Zwar hatte der 55-Jährige zum 1. Januar 2014 einen Teilzeitantrag bei der Polizei Hamburg eingereicht, jedoch nach Überzeugung des Gerichts nicht beabsichtigt, diese Tätigkeit neben seiner Funktion als BDK-Vorsitzender auch aufzunehmen und auszuüben. "Der Angeklagte hatte von Anfang an nicht vor, für die Polizei Hamburg zu arbeiten", sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Vielmehr habe er den Freiraum nutzen wollen, um ungestört für den BDK zu arbeiten und sich seinem Studium der Kriminalistik zu widmen. "Das Ganze war auf Täuschen und Tricksen gegründet", sagte der Richter. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.