Datum17.10.2025 15:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Sozialdemokratische Partei Europas (PES) hat die slowakische Smer-Partei von Ministerpräsident Robert Fico ausgeschlossen, da diese sich in starkem Widerspruch zu den Werten der PES positioniert hat. Fico, der sich in der Vergangenheit mit Wladimir Putin und Xi Jinping getroffen hat, wird vorgeworfen, die Rechtsstaatlichkeit in der Slowakei zu untergraben und EU-Sanktionen gegen Russland zu blockieren. Die Smer-Partei reagierte trotzig und bezeichnete den Ausschluss als Zeichen ihrer „souveränen Haltung“.
InhaltSie werfen Ministerpräsident Robert Fico vor, sich Wladimir Putin anzunähern und gleichzeitig die Rechtsstaatlichkeit in der Slowakei zu untergraben. Nun haben Europas Sozialdemokraten seine Partei Smer ausgeschlossen. Die Sozialdemokratische Partei Europas (Party European Socialists - PES) hat die slowakische Smer-Partei von Ministerpräsident Robert Fico aus ihren Reihen ausgeschlossen. Ein Parteikongress in Amsterdam votierte einstimmig für den Ausschluss. Der endgültige Schnitt erfolgte, nachdem die Smer bereits als Mitglied suspendiert war. Zur Begründung hieß es, die Partei habe in den vergangenen Jahren eine politische Positionierung eingenommen, die in starkem und tiefgreifendem Widerspruch zu den Werten und Prinzipien stehe, für die die PES-Familie eintrete. Fico regiert die Slowakei bereits zum vierten Mal – aktuell im Bündnis mit der "Stimme – Sozialdemokratie" (Hlas-SD) und der rechtsnationalen Partei SNS. Der slowakische Regierungschef hatte sich im Sommer zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs mit Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping getroffen. Zudem blockiert Fico immer wieder neue EU-Sanktionen gegen Russland und kritisiert den Kurs der EU gegen Moskaus Angriffskrieg. Kritiker werfen seiner Regierung zudem Angriffe auf den Rechtsstaat, die öffentlich-rechtlichen Medien und die Kulturfreiheit vor. Mit einer umstrittenen Verfassungsänderung erkennt die Slowakei offiziell nur noch zwei Geschlechter an. Die Partei Smer-SSD reagierte mit einem trotzigen Facebook-Statement: "Die Partei Smer – Slowakische Sozialdemokratie ist endlich frei! Die Beendigung der Mitgliedschaft in der Partei der europäischen Sozialisten wegen der souveränen Haltung der slowakischen Regierung ist unser Sieg und ihre Schande", schrieb Juraj Gedra, der Kanzleichef des Regierungsamtes im Namen der Partei. Fico selbst hatte am 5. Oktober im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für Gefallene des Zweiten Weltkriegs den damals erst drohenden Parteiausschluss angesprochen. Seine Reisen nach Moskau und Peking seien ihm als einer der Hauptgründe erklärt worden, sagte Fico und verkündete: "Darauf bin ich stolz, denn wenn das ein Grund für Angriffe und Kritik von Leuten mit anderer Meinung sein soll, dann führt dieser Weg ohnehin in die Hölle." Neben dem Smer-Ausschluss stimmten die Kongressteilnehmer auch dafür, drei neue Parteien aufzunehmen. Neue Mitglieder sind Place Publique aus Frankreich, SSP aus Serbien und die links-nationale Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung) von Kosovos Ministerpräsident Albin Kurti.