Datum17.10.2025 14:24
Quellewww.zeit.de
TLDRGerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler, verteidigte im Untersuchungsausschuss Mecklenburg-Vorpommern den Bau der umstrittenen Nord Stream 2 Pipeline für russisches Erdgas. Er ignorierte Einwände, etwa aus Polen, und sah die Fertigstellung als notwendige Maßnahme zur Unabhängigkeit von Atom- und Kohleenergie sowie zur Sicherstellung "vernünftiger Preise". Obwohl die Pipeline wegen des Ukraine-Kriegs nie in Betrieb ging, bezeichnete Schröder die Gründung der Klimaschutzstiftung, die den Bau unterstützte, als "vernünftige Entscheidung".
InhaltAltkanzler Schröder hat vor dem mecklenburg-vorpommerschen Untersuchungsausschuss zu Nord Stream 2 ausgesagt. Einwände gegen den Bau hätten ihn nicht interessiert. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den umstrittenen Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 für russisches Erdgas verteidigt. Auch die Gründung der Klimaschutzstiftung Mecklenburg-Vorpommern, unter deren Mantel die Pipeline nach Sanktionsdrohungen aus den USA 2021 fertig gebaut wurde, sei eine "außerordentlich vernünftige Entscheidung" gewesen, sagte Schröder als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Schweriner Landtags. Schröder sagte, es sei darum gegangen, die deutsche Energieversorgung von Atom- und Kohleenergie unabhängiger zu machen sowie Erdgas "zu vernünftigen Preisen" aus Russland zu bekommen. Es habe für ihn keinen Grund gegeben, von der "bewährten Zusammenarbeit" abzuweichen, die seine Vorgänger im Amt des Bundeskanzlers in der Energiepolitik mit Russland eingeleitet hätten. Einwände zum Beispiel aus Polen gegen den Bau durch die Ostsee "interessierten mich nicht", führte der SPD-Politiker aus. Die Pipeline sei so geplant worden, "weil wir keine Interventionen anderer Länder wollten". Nord Stream 2 ist aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine nie in Betrieb gegangen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.