Datum16.12.2025 12:20
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Zahl der abgeschlossenen Verfahren wegen sexueller Ausbeutung in NRW erreichte 2024 mit 175 Fällen einen Höchststand, was einem Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Am häufigsten betrafen die Verfahren Zuhälterei und Menschenhandel. Das LKA weist auf die große Dunkelziffer hin und betont, dass die Ermittlungserfolge stark von der Mitwirkung der oft traumatisierten Opfer abhängen. Bei minderjährigen Opfern stieg die Zahl der Verfahren von 38 auf 53.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Lagebild des LKA“. Lesen Sie jetzt „Sexuelle Ausbeutung: Verfahren in NRW auf neuem Höchststand“. Die Zahl der abgeschlossenen Verfahren wegen sexueller Ausbeutung hat im vergangenen Jahr in NRW einen neuen Höchststand erreicht. Laut einem aktuellen Lagebild des Landeskriminalamts (LKA) zählte man 175 Fälle - ein Anstieg von rund 23 Prozent im Vergleich zu 2023. Allerdings sei das Dunkelfeld so hoch, dass man daraus keine harten Rückschlüsse ziehen könne, so das LKA. Laut dem am Dienstag veröffentlichten "Lagebild Menschenhandel und Ausbeutung" war die Zahl der abgeschlossenen Verfahren 2024 so hoch wie noch nie seit 2015. Bereits im letzten Lagebild 2023 war die Zahl auf einem Rekordniveau - mit damals 142 Verfahren. In den meisten aktuellen Fällen (39) ging es um Zuhälterei. 37 Verfahren drehten sich um Menschenhandel, 36 um Zwangsprostitution. Weitere Delikte in der Statistik sind Ausbeutung von Prostituierten oder Ausbeutung unter Ausnutzung einer Freiheitsberaubung. Das Problem, so das LKA: "Die Ermittlungserfolge im Deliktsfeld Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung basieren maßgeblich auf der Aussage- und der Anzeigebereitschaft der Opfer. Ohne die Mitwirkung der Opfer ist eine erfolgreiche Verfolgung des Menschenhandels nur eingeschränkt möglich. Die Opfer sind häufig traumatisiert sowie eingeschüchtert und daher nicht zu einer Kooperation mit der Polizei fähig." Das gelte gerade auch für minderjährige Opfer sexueller Ausbeutung. Bei diesen Verfahren gab es 2024 einen Anstieg von 38 auf 53 Fälle im Vergleich zum Vorjahr. "Aus der vorliegenden Entwicklung kann deswegen und aufgrund der geringen Zahlenbasis kein valider Trend abgeleitet werden", so das LKA. © dpa-infocom, dpa:251216-930-430219/1